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01/09/2016

Griechenland: Bundesbank-Vorstand fordert schnelle Stützung von Banken

Finanzen und Wirtschaft

Griechenland: Bundesbank-Vorstand fordert schnelle Stützung von Banken

Fordert schnelle Hilfe für Banken in Griechenland: Andreas Dombret.

[PROSalzburg Global Seminar/Flickr]

Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret fordert eine rasche Stabilisierung der angeschlagenen griechischen Geldhäuser.

Darüber wie auch über eine Rekapitalisierung denke die europäische Bankenaufsicht jetzt intensiv nach, sagte Dombret dem Magazin “Focus” in einem am Freitag veröffentlichten Vorabbericht. “Meiner Ansicht nach ist das ein wichtiger Schritt, der rasch getan werden sollte”, sagte Dombret, der im Bundesbank-Vorstand unter anderem für die Finanzaufsicht zuständig ist und Deutschland im Bankenaufsichtsgremium der Europäischen Zentralbank (EZB) vertritt.

Die unlängst auf dem Euro-Gipfel erzielte vorläufige Einigung zu Griechenland sieht vor, dass ein neues Hilfsprogramm bis zu 25 Milliarden Euro zur Rekapitalisierung der Hellas-Banken enthalten soll. Selbst nach einer Kapitalhilfe für die Institute rechnet Dombret mit großen Umbrüchen im griechischen Finanzsystem. “Es stellt sich in der Tat die Frage, ob alle vier großen griechischen Banken langfristig überlebensfähig sind”, sagte er. Früheren Informationen von Insidern zufolge könnte von den vier großen Instituten – National Bank of Greece, Eurobank, Piraeus Bank und Alpha Bank – nach einem Branchenumbau möglicherweise sogar nur zwei bestehen bleiben.

Eine schnelle Schaffung einer gemeinsamen Einlagensicherung im Euro-Raum hält der Bundesbank-Vorstand nicht für angebracht. “Es darf nicht dazu kommen, dass auf diese Weise nationale Risiken umverteilt werden”, sagte Dombret. Solange es in der Euro-Zone keine gemeinsame Fiskalpolitik gebe, sollte es keine gemeinsame Haftung für den Schutz von Bankeinlagen geben.

Die Lage der Institute von Thessaloniki bis Kreta schätzt Dombret weiterhin als kritisch ein. “In der aktuellen Situation kann man aus verschiedenen Gründen sehr wohl Zweifel an der Solvenz der griechischen Banken haben”, sagte er dem Magazin. So sei der Anteil notleidender Kredite bei den Geldhäusern sehr groß und habe wegen der schwierigen Wirtschaftslage voraussichtlich weiter zugenommen.