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08/12/2016

Freihandelsabkommen: Großbritannien wirbt in Indien

Finanzen und Wirtschaft

Freihandelsabkommen: Großbritannien wirbt in Indien

Die neue Premierministerin Großbritanniens, Theresa May, wirbt in Indien für ein Freihandelsabkommen.

Foto: Charlie Bard / Shutterstock

Großbritannien wird nach dem Brexit seine Handelsbeziehungen neu regeln müssen. Theresa May wirbt für die Zeit nach dem EU-Austritt  für mögliche Freihandelsabkommen.

Nach dem Brexit werde ihr Land „der Welt nicht den Rücken zukehren“, sagte die britische Regierungschefin Theresa May am Montag bei einem Besuch in der indischen Hauptstadt Neu Delhi. „Wir wollen, dass Großbritannien der engagierteste und leidenschaftlichste Verfechter des Freihandels in der Welt wird.“

Freihandel sorge für mehr Arbeitsplätze und Investitionen, steigere die Produktivität und verbessere die Lebensqualität, betonte May in einer Ansprache vor Industrieellen. Großbritannien müsse nicht bis zum EU-Austritt warten, um die gemeinsamen Interessen mit Indien auszuloten.

Der angestrebte Austritt aus der Europäischen Union zwingt die britische Regierung nicht nur dazu, die Handelsbeziehungen mit der EU neu zu verhandeln. Großbritannien kann allerdings keine bilateralen Handelsabkommen schließen, solange es der EU angehört.

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Indien und die Europäische Union verhandeln bereits seit Langem über ein Freihandelsabkommen. Obwohl die Gespräche bereits seit fast einem Jahrzehnt andauern, ist das Abkommen immer noch nicht abgeschlossen.

Trotz der historischen Verbindungen aus der Kolonialzeit ist der Handel zwischen Großbritannien und Indien vergleichsweise gering. Im vergangenen Jahr betrug das Handelsvolumen lediglich 14 Milliarden Dollar (12,6 Milliarden Euro) und war damit geringer als das Handelsvolumen zwischen Indien und Deutschland.