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27/09/2016

Freihandelsabkommen: Japan graut es vor dem Brexit

Finanzen und Wirtschaft

Freihandelsabkommen: Japan graut es vor dem Brexit

Europäische Autobauer fürchten sich vor der japanischen Konkurrenz.

[Toyota UK CC BY-NC-ND 2.0/Flickr]

Der bevorstehende Brexit bereitet Japan große Sorgen. Die Regierung fürchtet ein schwindendes Interesse an einem Freihandelsabkommen mit der EU. EurActivs Medienpartner “WirtschaftsWoche” berichtet.

Das Interesse an dem Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Japan, das eigentlich bis Ende 2016 unter Dach und Fach sein soll, droht in japanischer Sicht zu schwinden, weil die Briten seine größten Unterstützer waren. Dagegen sind die Franzosen aus Angst vor Japans Auto- und Maschinenbauern der größte Gegner, verlautete aus japanischen Regierungskreisen.

Der Chef der Wirtschaftslobby Keidanren, Sadayuki Sakakibara, erwartet einen Umzug vieler Europa-Zentralen japanischer Firmen nach Düsseldorf, Brüssel oder Frankfurt. „Der Zugang zur Europäischen Union war die Grundlage für die japanischen Investitionen in Großbritannien“, betonte Sakakibara.

 

Gabriel: CETA Ja, TTIP Nein

SPD-Chef Sigmar Gabriel hält das geplante TTIP-Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA wegen der harten Verhandlungslinie der US-Regierung für gescheitert.

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Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen geht unterdessen aktiv auf japanische Firmen mit einer Europa-Zentrale in Großbritannien zu. „Wir arbeiten bereits mit Kunden an einer Reihe von Projekten“, sagte der Geschäftsführer der Japan-Filiale von Standortförderer NRW Invest, Georg Löer, der Wirtschaftswoche.

Düsseldorf und NRW könnten als führender Japan-Standort in der EU von der Brexit-Debatte stark profitieren, so Löer. Am 22. September veranstaltet NRW Invest ein Werbeseminar in London. Dort will man besonders Investoren aus Japan, Indien, Korea, China und den USA ansprechen.