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09/12/2016

Flüchtlingskrise schiebt deutschen Wohnungsbau an

Finanzen und Wirtschaft

Flüchtlingskrise schiebt deutschen Wohnungsbau an

Wohnungsbaukredite der Sparkassen gehen zurück - der Verband macht eine EU-Richtlinie verantwortlich.

Foto: dpa

Der Boom im Wohnungsbau in Deutschland setzt sich ungebremst fort. Für Schwung sorgt auch die Unterbringung von Flüchtlingen.

Die Zahl der der Baugenehmigungen in Deutschland stieg zwischen Januar und Mai binnen Jahresfrist um knapp 31 Prozent auf 148.400, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. „Eine höhere Zahl hatte es in den ersten fünf Monaten eines Jahres zuletzt im Jahr 2000 gegeben“, hieß es. Für Schwung sorgte auch die Unterbringung von Flüchtlingen. Denn am stärksten stiegen die Baugenehmigungen für Wohnungen in Wohnheimen, die sich mehr als verdreifachten. Hier gaben die Behörden grünes Licht für den Bau von 10.300 Wohnungen – ein Plus von knapp 230 Prozent.

Niedrige Zinsen, der wachsende Bedarf durch die hohe Zuwanderung und die gute Konjunktur sorgen derzeit für einen Immobilienboom. Investoren stecken auch mangels Alternativen mehr Geld in Wohnungen und Häuser.

Bundesregierung und Immobilienwirtschaft schätzen den jährlichen Neubaubedarf auf 350.000 bis 400.000 Wohnungen. 2015 wurde das Ziel jedoch deutlich verfehlt: Rund 248.000 Wohnungen wurden fertiggestellt – so viele wie seit 2006 nicht mehr, aber weniger als angenommen. Zuletzt hatten sich Union und SPD nicht darauf einigen können, den Mietwohnungsbau wie ursprünglich geplant mit Steueranreizen in Milliardenhöhe zu fördern.