EZB hält an Niedrigzinsen fest

Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) [Foto: Arne Dedert/dpa]

Die Europäische Zentralbank bleibt ihrer Geldpolitik treu und hält an dem Anleihekaufprogramm fest. Der Leitzins bleibt unverändert bei null Prozent.

Trotz anziehender Inflation lässt die Europäische Zentralbank (EZB) die Geldschleusen weiter geöffnet. Eine Drosselung des milliardenschweren Anleihekaufprogramms sei bei der ersten Sitzung des neuen Jahres kein Thema gewesen, sagte EZB-Präsident Mario Draghi am Donnerstag in Frankfurt am Main. Die EZB bleibt auch ihrer Nullzinspolitik weiter treu. „Ich bin ziemlich sicher, dass die Zeit kommen wird“, sagte Draghi mit Blick auf mögliche Änderungen des Anleihekaufprogramms. „Aber wir sind noch nicht da.“

Die Zentralbank hatte das milliardenschwere Kaufprogramm von Unternehmens- und Staatsanleihen im Dezember bis Ende 2017 verlängert, gibt dafür ab April aber weniger Geld aus. Angesichts steigender Inflation und verbessertem Wirtschaftswachstum war die Kritik an der Niedrigzinspolitik und am Anleihekaufprogramm der EZB zuletzt gewachsen. In der Eurozone hatten steigende Benzinpreise die Inflation im Dezember auf 1,1 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren getrieben.

Deutschland verzeichnete im Dezember gar eine Teuerungsrate von 1,7 Prozent. Die EZB beließ am Donnerstag wie erwartet auch den Leitzins der Eurozone unverändert auf dem Rekordtief von null Prozent. Sie hatte den zentralen Zinssatz, zu dem sie Banken Geld leiht, im März auf den historisch niedrigen Wert gesenkt, um mit günstigem Kapital Konjunktur und Inflation in der Eurozone anzukurbeln.