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07/12/2016

EZB-Chef Draghi stellt sich im Bundestag Kritikern seiner Niedrigzinspolitik

Finanzen und Wirtschaft

EZB-Chef Draghi stellt sich im Bundestag Kritikern seiner Niedrigzinspolitik

Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB)

Foto: Arne Dedert/dpa

Wegen seiner Niedrigzinspolitik zieht Mario Draghi in Deutschland viel Kritik auf sich. Nun will er seinen Beschluss laut einem Medienbericht im Bundestag diskutieren.

EZB-Chef Mario Draghi will sich im Bundestag der Kritik an der Niedrigzins-Politik der Europäischen Zentralbank stellen. Er werde eine entsprechende Einladung annehmen und freue sich darauf, sagte Draghi der „Bild“-Zeitung. „Eine höflich und konstruktiv geführte Debatte ist durchaus willkommen und hilft uns sogar, unsere Politik zu erklären.“

Zugleich hob Draghi die Unabhängigkeit der EZB hervor. „Die EZB gehorcht den Gesetzen, nicht den Politikern.“ Einer seiner Vorgänger habe einmal gesagt: „Es ist normal, dass Politiker unser Tun kommentieren. Aber es wäre unnormal, wenn wir darauf hörten.“

Mit Blick auf Forderungen aus CDU und CSU, der nächste EZB-Chef müsse ein Deutscher sein, sagte Draghi, auch wenn ein Nicht-Italiener jetzt im Amt wäre, würde er oder sie „denselben Kurs verfolgen wie wir“. Kritiker in Deutschland werfen dem EZB-Chef vor, die Niedrigzinspolitik hauptsächlich für die überschuldeten südeuropäischen Staaten zu verfolgen.

Angesichts der extrem niedrigen Zinsen mahnte Draghi die deutschen Sparer zu einem veränderten Anlageverhalten. Sie hätten es mit ihren „Anlage-Entscheidungen auch selbst in der Hand, wie hoch ihre Erträge ausfallen, auch in Zeiten niedriger Zinsen“. Alternativen zum Sparbuch
brächten „gute Erträge“, sagte Draghi, der einst für die US-Investmentbank Goldman Sachs arbeitete. Zudem gleiche die niedrige Inflation die negativen Effekte der niedrigen Zinsen für Sparer aus.