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26/09/2016

Aktuelle Eurostat-Daten zum BIP in Deutschland und der Eurozone

Finanzen und Wirtschaft

Aktuelle Eurostat-Daten zum BIP in Deutschland und der Eurozone

Deutschlands Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im zweiten Quartal um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal.

Foto: dpa

Dank der Exportwirtschaft und der Konsumausgaben von Verbrauchern und Staat hat die deutsche Wirtschaft in den vergangenen Monaten weiter zugelegt.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im zweiten Quartal um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Wirtschaftsvertreter warnten, das Wachstumstempo werde sich womöglich nicht mehr lange halten lassen.

Angeschoben wurde die Konjunktur den Statistikern zufolge von den Exporten, die von April bis Juni im Vergleich zum Jahresanfang zulegten. Auch stiegen die Konsumausgaben sowohl der Privathaushalte als auch des Staates. Gebremst wurde das Wachstum im Frühjahrsquartal laut Statistik hingegen durch schwache Investitionen. Insbesondere in Ausrüstungen und Bauten sei nach dem starken ersten Quartal weniger Geld gesteckt worden.

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Im ersten Quartal hatte das BIP um 0,7 Prozent zugelegt. Angekurbelt hatten das Wachstum von Januar bis März vor allem Ausgaben der privaten Haushalte und des Staats. Auch die niedrigen Ölpreise, die Ausgaben rund um Flüchtlinge und der milde Winter trugen zum guten Start ins Jahr bei.
Analysten mahnten damals bereits, so viele günstige Faktoren würden so schnell nicht noch einmal zusammenkommen. Dementsprechend war eine leichte Abkühlung im zweiten Quartal erwartet worden. Sie fiel aber nicht so heftig aus wie von Beobachtern befürchtet.

Im Vorjahresvergleich stieg das BIP im zweiten Quartal um 3,1 Prozent und damit so stark wie seit fünf Jahren nicht mehr, wie das Statistikamt weiter mitteilte. Korrigiert um einen „außergewöhnlich hohen Kalendereinfluss“ ergebe sich ein Wachstum von 1,8 Prozent. Im ersten Quartal waren es demnach 1,9 Prozent.

Die Bundesregierung erwartet für das Gesamtjahr ein Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent. Der Vizechef des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Volker Treier, ist allerdings der Ansicht, es werde „schwer, das Wachstumstempo zu halten“. Bei den Exporten nehme „der Gegenwind aus verschiedenen Richtungen“ zu.
So würden Geschäfte mit Großbritannien und der Türkei schwieriger, erläuterte Treier. „Eine konjunkturelle Belebung in Russland, Brasilien und anderen Rohstoffländern ist nicht in Sicht“, ebenso seien aus den USA und China vorerst „keine neuen Konjunkturimpulse“ zu erwarten.

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„Während wir für die weitere Konjunkturentwicklung kurzfristig zuversichtlich sind, wachsen beim langfristigen Ausblick allerdings die Sorgenfalten“, erklärte auch der Präsident des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton Börner. Knackpunkt sei die „anhaltend schwache Investitionsdynamik“.  Außerdem würden die außenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen „in den kommenden Monaten auch nicht besser“.

Wie in Deutschland schwächte sich im zweiten Quartal auch in Europa das Wachstum etwas ab. Das BIP in der Eurozone legte nur um 0,3 Prozent zu, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat am Freitag mitteilte. Sie bestätigte damit vorläufige Zahlen vom Juli. Im ersten Quartal war die Wirtschaft in der Eurozone noch um 0,6 Prozent gewachsen.

Die Abschwächung im Frühjahr erklärt sich vor allem aus einer schwachen Entwicklung in Frankreich und Italien: Sowohl in der zweit- als auch in der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone stagnierte die Wirtschaft im zweiten Quartal.

Für die EU insgesamt bezifferte Eurostat das Wirtschaftswachstum auf 0,4 Prozent. Im ersten Quartal waren es 0,5 Prozent gewesen.

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