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11/12/2016

Euro-Rettungsfonds gibt weitere Milliarden für Griechenland frei

Finanzen und Wirtschaft

Euro-Rettungsfonds gibt weitere Milliarden für Griechenland frei

Der Euro-Rettungsfonds ESM gibt 2,8 Milliarden Euro für Griechenland frei. Foto: dpa

Griechenland erhält vom Euro-Rettungsfonds ESM weitere Hilfsgelder von insgesamt 2,8 Milliarden Euro. Athen mache „stetig Fortschritte“ bei Reformen, so das ESM-Direktorium.

Der Euro-Rettungsfonds ESM hat weitere 2,8 Milliarden Euro an Hilfen für Griechenland freigegeben. Der Beschluss des ESM-Direktoriums belege, dass das Land „stetig Fortschritte“ bei Reformen mache, erklärte Fonds-Chef Klaus Regling. Die Euro-Länder hatten Griechenland im Juli 2015 mit einem drittes Hilfspaket von bis zu 86 Milliarden Euro erneut vor dem Staatsbankrott gerettet. Die Auszahlungssumme erreicht durch den nun gefassten Beschluss 31,7 Milliarden Euro.

Die griechische Regierung habe Schlüsselreformen im Rentensystem, im Bankensektor, im Energiebereich und bei der Steuererhebung umgesetzt, erklärte Regling. Zudem habe das Land weitere Schritte unternommen, um den neuen Privatisierungs- und Investmentfonds einsatzbereit zu machen.

Die Auszahlung der Tranche von 2,8 Milliarden Euro sollte eigentlich schon im September erfolgen. Dies verzögerte sich aber, weil Athen noch nicht alle von insgesamt 15 verlangten Reformen umgesetzt hatte. Anfang Oktober hatten die Euro-Finanzminister dann trotz deutscher Bedenken zunächst 1,1 Milliarden Euro freigegeben und weitere 1,7 Milliarden Euro davon abhängig gemacht, dass Athen einen überfälligen Bericht zur Tilgung von Zahlungsrückständen vorlegt.

Das laufende dritte Rettungspaket für das schuldengeplagte Land hat insgesamt ein Volumen von bis zu 86 Milliarden Euro. Es wird derzeit allein von den europäischen Ländern geschultert. Im Juni hatte Griechenland bereits eine erste Tranche von 7,5 Milliarden Euro erhalten. Das Rettungspaket koppelt die Auszahlung der Gelder an die Umsetzung strenger Reformauflagen.