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30/09/2016

EU prüft Mindeststeuer für Firmen

Finanzen und Wirtschaft

EU prüft Mindeststeuer für Firmen

Brüssel will Schluss machen mit Steuer-Dumping: Die EU-Kommission erwägt eine Untergrenze für die Körperschaftssteuer.

[EC]

Die EU-Kommission prüft Medienberichten zufolge die Einführung einer Mindestbesteuerung für Unternehmen. Die Urheber dieser Idee sind Paris und Berlin.

Die EU vollzieht eine Kehrtwende in der Unternehmensbesteuerung. Die Kommission in Brüssel erwäge erstmals, europaweit eine gemeinsame Untergrenze für die Körperschaftsteuer vorzuschreiben, berichtete das „Handelsblatt“ am Dienstag.

Am Mittwoch wolle Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker mit seinen 27 Kommissaren über die künftige Unternehmenbesteuerung in Europa debattieren. Dabei werde auch das Thema Mindeststeuer eine Rolle spielen, hieß es in der Zeitung unter Berufung auf EU-Kreise. Die Körperschaftsteuer ist von Kapitalgesellschaften, wie Aktiengesellschaften und GmbHs, zu entrichten.

„Deutschland und Frankreich verlangen einen Mindestschwellenwert. Darauf reagieren wir“, heißt es in Brüssel.

Bislang stand in der Debatte um die Firmenbesteuerung innerhalb der EU die Harmonisierung der Bemessungsgrundlage im Vordergrund. Eingriffe in die Steuersätze lehnen die meisten Mitgliedsländer ab.

„Unter dem Eindruck der Luxleaks-Affäre hat nun aber offenbar ein Umdenken eingesetzt“, hieß es in dem Zeitungsbericht. Vergangenes Jahr war bekanntgeworden, dass Luxemburg ausländische Unternehmen wie das US-Versandhaus Amazon im großen Stil mit extrem günstigen steuerlichen Vorabsprachen ins Land lockt und damit anderen EU-Staaten massiv schadet. Das löste eine Diskussionen über unfaire Besteuerungspraktiken aus.

Die EU-Kommission will am 17. Juni einen Aktionsplan zur Unternehmensbesteuerung vorlegen. Bei der Mindestbesteuerung stehe man indes noch ganz am Anfang, heißt es in Brüssel.

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