EU-Prüfung zu Air Berlin-Deal verlängert

Die Übernahme der österreichischen Niki durch Lufthansa wird in Brüssel kritisch gesehen. [Shutterstock]

Die EU-Kommission verlängert die Prüfung des Air-Berlin-Deals der Lufthansa bis kurz vor Weihnachten.

Die Brüsseler Behörde werde bis zum 21. Dezember entscheiden, ob die Übernahme von Teilen der insolventen Air Berlin durch den deutschen Branchenprimus Lufthansa gegen das Wettbewerbsrecht verstößt, teilte die EU-Kommission am Freitag mit. Grund für die Verlängerung sei, dass Lufthansa am Donnerstag Zugeständnisse eingereicht habe. Details nannte die EU nicht.

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte von einem Insider erfahren, Lufthansa wolle Vorschläge einreichen, um kartellrechtliche Zweifel auszuräumen. Dabei gehe es etwa um den Verzicht auf Start- und Landerechte- sogenannte “Slots” – der Air-Berlin-Töchter Niki und LGW. Zuletzt war bekanntgeworden, dass die EU vor allem die Übernahme von Niki skeptisch beurteilt.

Lufthansa treibt nach Air-Berlin-Pleite Preise hoch

Die Lufthansa macht sich nach dem Aus für Air Berlin ihre Vormachtstellung zunutze. Die EU könnte das unterbinden.

Auch sah sich die Lufthansa zuletzt vermehrt mit dem Vorwurf konfrontiert, ihre beherrschende Marktstellung in Deutschland auszunutzen um die Preise nach oben zu treiben – beispielsweise durch Verknappung des Angebots durch Nicht-Nutzung von Air Berlin-Flugzeugen. Das Unternehmen wies die Vorwürfe zurück. Für rund 95 Prozent der Passagiere habe sich am Preis nichts geändert.

Die Lufthansa hatte im Oktober von Air Berlin den Zuschlag für die Töchter Niki und LGW für rund 210 Millionen Euro bekommen. Die Brüsseler Wettbewerbshüter können ihre Prüfung in schwierigen Fällen auf 90 Werktage verlängern. Falls die EU-Kommission so eine vertiefte Prüfung plant, würde die Lufthansa wohl die aktuelle Zwischenfinanzierung von Niki einstellen. Dann wäre Niki wahrscheinlich ebenfalls pleite und der Flugbetrieb müsste eingestellt werden.