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26/09/2016

EU legt Fangquoten für die Ostsee fest

Finanzen und Wirtschaft

EU legt Fangquoten für die Ostsee fest

Krabbenkutter Ivonne/Pellworm bei Südfall

Joachim Müllrechen, wikipedia CC BY-SA 2.0 de

In der Ostsee sollen die EU-Fangquoten für Dorsch, Hering und Sprotte im Sinne einer nachhaltigen Fischereipolitik künftig aufeinander abgestimmt sein.

Das sieht der sogenannte Mehrjahresplan für die Ostsee vor, den das Europaparlament mit breiter Mehrheit am Donnerstag in Brüssel verabschiedete. Der Plan könnte schon bei der Festlegung der Fangquoten für 2017 angewandt werden.

Der Plan sieht vor, dass die EU-Fischereiminister bei der Festlegung der jährlichen Höchstfangmengen künftig innerhalb bestimmter Grenzen bleiben müssen. Diese sind in der neuen Verordnung festgelegt. Zu hohe Fangquoten, die auch den Bestand anderer Fischsorten negativ beeinträchtigen könnten, sollen dadurch vermieden werden.

„Mit dem Managementplan für die Ostsee-Fischerei setzen wir das um, was wir mit der Fischereireform beschlossen haben: nur noch so viel zu fischen, wie nachwachsen kann“, teilte die SPD-Europaabgeordnete und Fischereiexpertin Ulrike Rodust mit. Sie sieht in dem Mehrjahresplan für die Ostsee, der der erste EU-Managementplan dieser Art ist, ein Vorbild für andere Gewässer.

Als „akzeptablen Kompromiss“ bezeichnete Peter Breckling, Generalsekretär des Deutschen Fischerei-Verbandes, die neue EU-Verordnung. Es sei sehr zu begrüßen, dass künftig Wechselwirkungen unter den Fischbestände eine Rolle spielen sollen bei der Festlegung der jährlichen Fangquoten. Die Berücksichtigung des gesamten Biosystems bei der Quotenbestimmung müsse weiter vorangetrieben werden. Allerdings bemängelte er das Fehlen von Krisenmechanismen, um gerade kleine Fischereibetriebe beim Ausfall von Fischjahrgängen wie 2015 beim Dorsch, vor dem wirtschaftlichen Ruin zu schützen.

Die Einführung von Mehrjahresplänen für Meeresgewässer ist Teil der EU-Reform der Fischereipolitik. Ziel ist es, die Fischereipolitik nachhaltig zu gestalten, Überfischung zu vermeiden und Fischbestände zu bewahren. Weitere Mehrjahrespläne für andere Gewässer wie zum Beispiel die Nordsee sollen folgen.