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29/07/2016

EU-Kommission: Euro-Zone windet sich nur langsam aus der Krise

Finanzen und Wirtschaft

EU-Kommission: Euro-Zone windet sich nur langsam aus der Krise

EU-Währungskommissar Olli Rehn. Foto: EC

Die Euro-Zone arbeitet sich nach Prognose der EU-Kommission unter der Last der Schuldenkrise nur langsam aus der Rezession heraus. Wachstumsbremsen sind vor allem die beiden südlichen Schwergewichte Italien und Spanien, wo die Wirtschaft um ein Prozent und mehr schrumpfen soll.

Nach dem Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Zentralbank kappte auch die EU-Behörde ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde 2013 um 0,3 Prozent schrumpfen nach dem geschätzten Minus von 0,6 Prozent im Vorjahr, teilte die Kommission am Freitag in Brüssel mit. Inzwischen gebe es aber erste Hinweise auf eine Erholung zum Jahresende.

"Der noch nicht abgeschlossene Abbau von Ungleichgewichten in der europäischen Wirtschaft lastet kurzfristig noch auf dem Wachstum. Aktuell lässt sich die Lage so zusammenfassen: Wir haben enttäuschende harte Daten von Ende letzten Jahres, etwas erfreulichere weiche Daten aus letzter Zeit und wachsendes Anlegervertrauen in die Zukunft. Die entscheidenden Politikmaßnahmen der letzten Zeit machen den Weg frei, damit es wirtschaftlich wieder aufwärts gehen kann. Wir müssen den Reformkurs halten und dürfen nicht zulassen, dass er an Dynamik verliert, denn dies könnte den derzeitigen Vertrauensumschwung untergraben, so dass sich der nötige Wirtschafts- und Beschäftigungsaufschwung verzögern würde", sagte EU-Währungskommissar Olli Rehn.

Die düsteren Aussichten für die Realwirtschaft stehen im Kontrast zur positiven Stimmung an den Finanzmärkten. Dort ist das Vertrauen in die Wirtschaftskraft der Euro-Zone nach Ansicht der EU-Kommission durch die entschiedenen Reformen und Einsparungen zurückgekehrt. Die Euro-Staaten müssten nun auf Reformkurs bleiben, sonst werde der Aufschwung bei Wachstum und Beschäftigung noch länger auf sich warten lassen, warnte Rehn.

Wachstumsbremsen im Euro-Raum sind vor allem die beiden südlichen Schwergewichte Italien und Spanien, wo die Wirtschaft um ein Prozent und mehr schrumpfen soll. Frankreich bleibt nahe beim Nullwachstum, während die deutsche Wirtschaft nur ein mageres Plus von 0,5 Prozent schaffen soll. Von den Sorgenländern unter dem Rettungsschirm wird Irland der Prognose zufolge mit einem Prozent Wachstum glänzend dastehen, während Portugal und Griechenland einen weiteren Einbruch vor sich haben.

Auf längere Sicht sind die Risiken für die Wirtschaft im Währungsgebiet größer als die Chancen, erklärte die Kommission weiter. So bestehe die Gefahr, dass die hohe Arbeitslosigkeit die Inlandsnachfrage dämpfe und zugleich den Spar- und Reformeifer erlahmen lasse. Auch die hohe Verschuldung der USA und Japans sei eine Belastung. Für das kommende Jahr prognostizieren die EU-Volkswirte aber eine Rückkehr zum Wachstum mit einem Plus von 1,4 Prozent.

EurActiv/rtr

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