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08/12/2016

EU-Kommissarin hält VW-Aktionsplan für unzureichend

Finanzen und Wirtschaft

EU-Kommissarin hält VW-Aktionsplan für unzureichend

Weltweit sind etwa elf Millionen Autos vom VW-Abgasskandal betroffen.

[Rob Brewer/Flickr]

Volkswagen muss seinen europäischen Kunden stärker entgegen kommen, fordert EU-Kommissarin Věra Jourová. Etwa acht Millionen Fahrzeuge sind in Europa vom Abgasskandal betroffen und müssen repariert werden.

Die Europäische Kommission hält die Pläne von Volkswagen zur Beilegung des Abgasskandals in Europa offenbar für unzureichend. Der Aktionsplan von VW unterstreicht „die Absicht, die Unannehmlichkeiten für die Verbraucher zu minimieren“, enthält dazu aber „keine einzige spezifische Maßnahme“, schrieb die EU-Kommissarin für Justiz und Verbraucherschutz, Věra Jourová, laut einem Bericht der Welt. „Der Plan sollte den Konsumenten weitere Vorteile anbieten“, heißt es in dem Schreiben.

So sollte Volkswagen bestimmten Kunden besonders schnell Reparaturen gewähren oder ihnen das Fahrzeug „zu vorteilhaften Bedingungen“ abkaufen – etwa dann, wenn sie in ein anderes Land umziehen oder wenn sie ihr Fahrzeug aufgrund persönlicher oder familiärer Bedingungen schnell verkaufen müssen. Bei dem Rückruf handele es sich nicht um einen normalen Defekt, argumentierte Jourová.

Jourová trifft sich mit VW-Vorstand

Auch ein Ersatzwagen am Tag der Reparatur reiche demnach nicht aus: „Die Kunden in ihrer Mobilität am Tag der nötigen Updates zu unterstützen, ist eine normal Geschäftspraxis in solchen Fällen und kann deswegen nicht als ein ‚Bonus‘ angesehen werden“. Jourová trifft am Donnerstag in Brüssel mit dem VW-Vorstand Francisco Javier Garcia Sanz zusammen, der im Konzernvorstand die Aufarbeitung des Abgasskandals betreut.

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Ex-Kommissar Günter Verheugen wehrt sich: Bis 2010 habe es keine Hinweise auf Manipulationen von Abgastests gegeben. Den Vorwurf der Kungelei mit Autobauern wies er zurück.

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Das Unternehmen hatte sich in seinem Aktionsplan verpflichtet, bis Herbst 2017 alle betroffenen Fahrzeuge zu reparieren. In Europa sind das insgesamt etwa acht Millionen Autos. Volkswagen hatte vor etwa einem Jahr auf Druck der US-Behörden zugegeben, weltweit in etwa elf Millionen Diesel-Fahrzeuge unterschiedlicher Marken eine illegale Software eingebaut zu haben. Das Programm gibt bei standardisierten Tests einen niedrigeren Ausstoß von schädlichen Stickoxiden an.