Emissionstests: VW verspricht Verzicht auf legale Tricksereien

Im Abgasskandal setzt die EU Volkswagen unter Druck.

Eine strengere Regulierung der Autoindustrie durch die EU lehnt die Regierung derzeit ab. [Foto: dpa]

VW will als Konsequenz aus der Abgas-Affäre realistischere Werte für den CO2-Ausstoß vorlegen. Auf erlaubte Tricks bei Emissionstests soll künftig verzichtet werden.

Als Konsequenz aus der Abgas-Affäre bei Dieselfahrzeugen will VW künftig bei seinen Modellen realistischere Verbrauchs- und Emissionswerte vorlegen. Nach Informationen von WDR, NDR und „Süddeutscher Zeitung“ werden die Werte dadurch höher ausfallen als bisher angegeben: Im Schnitt würde sich demnach der Kohlendioxid-Ausstoß pro Wagen um zwei Gramm pro gefahrenem Kilometer erhöhen.

Um sein Image aufzupolieren, will der Autokonzern demnach auf bisherige legale Tricksereien bei Emissionstests im Labor verzichten, mit denen die CO2-Werte im Vergleich zum „realen Fahrbetrieb“ deutlich gesenkt werden konnten.

Wie der Rechercheverbund unter Berufung auf interne Angaben der Kanzlei Freshfield berichtet, nutzte VW bei den Labortests unter anderem abgefahrene Reifen und vollständig geladene Batterien, um die Emissionswerte zu senken.

EU-Kommissarin kündigt Vertragsverletzungsverfahren wegen VW-Skandals an

Nach dem Abgasskandal bei VW hat die EU-Kommission Vertragsverletzungsverfahren gegen Mitgliedsstaaten angekündigt, die bei Verstößen gegen die Emissionsvorschriften nicht gegen die verantwortlichen Autobauer vorgegangen sind.

Zudem seien eigens geschulte Fahrer eingesetzt worden, deren „geschickte“ Fahrweise nichts mit dem Alltag auf der Straße zu tun habe. VW hatte die Kanzlei selbst mit den Ermittlungen beauftragt.

Die Änderungen könnten mittelfristig kostenintensive Folgen haben, berichteten WDR, NDR und „Süddeutsche Zeitung“. Denn ab 2020 müsse EU-weit jedes Gramm CO2, das über einem Flottenverbrauchshöchstwert liegt, mit Strafzahlungen ausgeglichen werden. Deutsche Automobilhersteller trifft das demnach besonders hart: Für VW könnte es zu Strafzahlungen über hunderte Millionen Euro führen.