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02/12/2016

Draghi hält an EZB Leitzins-Politik fest

Finanzen und Wirtschaft

Draghi hält an EZB Leitzins-Politik fest

Die Zentralbank werde weiterhin, wenn nötig, "alle zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen", um ihr Inflationsziel zu erreichen, versicherte Draghi.

[European Parliament/Flickr]

EZB bleibt bei Draghis Linie, den Leitzins auf Rekordtief zu belassen und Anleihekäufe unverändert fortzusetzen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzt ihre ultralockere Geldpolitik fort. Sie beließ am Donnerstag den Leitzins in der Eurozone unverändert bei null Prozent und behält auch ihr Anleihekaufprogramm unverändert bei. Ein Zurückfahren des Programms wurde bei der Sitzung des EZB-Rats „nicht diskutiert“, sagte Zentralbankpräsident Mario Draghi auf der anschließenden Pressekonferenz.

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Zuletzt hatte es Spekulationen gegeben, dass die EZB die Anleihekäufe langsam reduzieren könnte. Draghi bezeichnete derartige Berichte als „Aussage von von jemandem, der keine Ahnung und keine Informationen darüber hatte“. Das Programm mit einem Umfang von monatlich 80 Milliarden Euro läuft vorerst bis Ende März. Auch über eine mögliche Verlängerung wurde laut Draghi auf der Ratssitzung nicht gesprochen.

Die Zentralbank werde weiterhin, wenn nötig, „alle zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen“, um ihr Inflationsziel zu erreichen, versicherte Draghi. Die EZB sieht eine Inflation von nahe, aber knapp unter zwei Prozent als ideal an. Die Äußerungen des Zentralbankpräsidenten schoben die europäische Gemeinschaftswährung etwas an. Am Nachmittag war ein Euro 1,0986 Dollar wert, noch 1,0973 Dollar am Mittwoch Abend.

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Bei den Leitzinsen ließ die EZB ebenfalls alles wie gehabt. Der zentrale Zinssatz, zu dem sie Banken Geld leiht, bleibt bei 0,0 Prozent. Die Zentralbank hatte den Zins im März auf den historisch niedrigen Wert gesenkt, um mit günstigem Kapital Konjunktur und Inflation in der Eurozone anzukurbeln.

Auch die beiden anderen wichtigen Zinssätze beließ die EZB am Donnerstag wie erwartet auf dem bisherigen Stand. Lagern Banken ihr Geld kurzfristig bei der EZB ein, statt es an Unternehmen zu verleihen, zahlen sie weiterhin einen Strafzins von 0,4 Prozent. Bei kurzfristigen Kapitalspritzen und sogenannten Übernachtkrediten werden wie bisher 0,25 Prozent Zinsen fällig.