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30/09/2016

Die fetten Jahre sind vorbei: Monaco unterzeichnet Steuerabkommen mit EU

Finanzen und Wirtschaft

Die fetten Jahre sind vorbei: Monaco unterzeichnet Steuerabkommen mit EU

Hinter dem Glitzer und Glamour Monacos verbirgt sich ein Steuerparadies.

[AbElena/Shutterstock]

Monaco und die EU haben ein Abkommen zur Steuertransparenz unterzeichnet: Schluss mit versteckten Vermögenswerten im Fürstentum am Mittelmeer. EurActiv Spanien berichtet.

Es ist der Ort der Reichen und Schönen, der Spielekasinos und des jährlichen Formel1-Rennens. Monaco ist jedoch auch für eine etwas weniger schmeichelhafte Angelegenheit bekannt: Es erhebt keine Einkommensteuer und gilt somit für viele Europäer als Steueroase. Ein neues Abkommen mit der EU wird Monaco ab 2018 dazu verpflichten, automatisch Bankdaten mit den EU-Mitgliedsstaaten auszutauschen.

Das Fürstentum erhält somit Zugang zu den Bankinformationen von in der EU-lebenden Monegassen. Im Gegenzug dürfen die Mitgliedsstaaten auf Steuerdaten von EU-Bürgern in Monaco zugreifen, einschließlich Namen, Adressen, Steuernummern und anderen Informationen von Belang.

Beide Vertragsparteien würden so „besser ausgerüstet, um Steuerhinterziehern das Handwerk zu legen, die ihr Einkommen und ihr Vermögen nicht länger in ausländischen Institutionen verstecken können“, verkündete die EU-Kommission. „[Das Abkommen] stärkt Monacos Engagement, den internationalen Steuertransparenzstandards gerecht zu werden“, so EU-Kommissar Pierre Moscovici, der unter anderem für die Bereiche Besteuerung und Zollunion verantwortlich ist.

Die Kommission bekräftigt darüber hinaus, dass der Deal „voll und ganz im Einklang“ mit den neuen globalen OECD-Standards zum automatischen Informationsaustausch stehe.

Ähnliche Abkommen gibt es seit 2015 mit der Schweiz, Liechtenstein und San Marino. Im Februar dieses Jahres unterzeichnete die EU einen weiteren Deal mit Andorra.

Ab 2018 wird Monaco also vielleicht keine Steueroase mehr sein. Reich und schön bleibt das Fürstentum dennoch.