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07/12/2016

Deut­sche Ex­porte erreichen neue Rekordwerte

Finanzen und Wirtschaft

Deut­sche Ex­porte erreichen neue Rekordwerte

Im Jahr 2014 wurden von Deutschland Waren im Wert von 1 133,6 Milliarden Euro ausgeführt und Waren im Wert von 916,5 Milliarden Euro eingeführt.

© Martin Abegglen (CC BY-SA 2.0)

Die deutschen Exporteure haben 2014 ungeachtet zahlreicher internationaler Krisen einen Rekordumsatz geschafft. Trotz „weiter schwelender Risiken und Krisenherde“ rechnet der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) damit, das Vorjahresergebnis in diesem Jahr sogar noch einmal übertreffen zu können.

Das Statistische Bundesamt hat am Montag die Außenhandelszahlen für das gesamte Jahr 2014 bekanntgegeben. Demnach haben sich die deutschen Exporte insgesamt im Vergleich zum vorangegangenen Jahr nominal um 3,7 Prozent auf
1.133,6 Milliarden Euro gesteigert. Die Importe nahmen um 2,0 Prozent zu und erreichten 916,5 Milliarden Euro. Damit schloss die Außenhandelsbilanz im Jahr 2014 mit einem Überschuss von 217,0 Milliarden Euro ab. Laut Stastischem Bundesamt wurde 2014 der bisherige Höchstwert von 195,3 Milliarden Euro im Jahr 2007 deutlich übertroffen.

„Dies ist ein respektables Ergebnis für die Exporteure nach einem wirklich nicht einfachen Jahr“, sagte erklärt Anton F. Börner, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA).“Hauptwachstumstreiber war unser Kernmarkt, die Europäische Union. Besonderes Augenmerk muss allerdings weiterhin auf die Euro-Zone gelegt werden, die nur in geringem Maße zum Wachstum beigetragen hat. Auch das Ergebnis der Ausfuhren in Drittländer konnte offenbar nur durch das solide Abschneiden der USA-Exporte in einen positiven Rahmen gehalten werden.“

Trotz weiter schwelender Risiken und Krisenherde wie beispielsweise der Euro-Rettungspolitik oder der Ukraine-Russlandkonflikt, rechnet Börner damit, das Vorjahresergebnis in 2015 mit einem Wachstum in Höhe von 4 Prozent sogar noch einmal übertreffen zu können.

Besonders gut liefen die Geschäfte 2014 mit den nicht zur Euro-Zone gehörenden EU-Ländern wie Großbritannien und Polen. Die Warenexporte dorthin zogen um 10,2 Prozent an. Die Ausfuhren in die Euro-Zone – dem mit Abstand größtem Markt für „Made in Germany“ – legten um 2,7 Prozent zu. Die Nachfrage aus Staaten außerhalb der Europäischen Union wuchsen hingegen nur um 1,5 Prozent: Während die Geschäfte mit den beiden weltgrößten Volkswirtschaft USA und China spürbar zulegten, dämpften zugleich die internationalen Krisen. Allein die Sanktionen gegen Russland und die dortigen Währungsturbulenzen kosteten die deutschen Unternehmen rund sechs Milliarden Euro. 2015 soll das Russland-Geschäft um weitere 15 Prozent einbrechen.

Deutschland hat nach Berechnungen des Ifo-Instituts den weltweit höchsten Exportüberschuss, mehr als die Zweit- und Drittplatzierten – China und Saudi-Arabien – zusammen. Der BGA geht davon aus, dass der Überschuss in diesem Jahr erneut steigen wird. „Das ist auch eine Folge des schwachen Euro“, erklärte Börner.

Die Exportlastigkeit stößt international auf Kritik, weil sie als ein Risiko für die Stabilität der Weltwirtschaft gilt. Die EU-Kommission stuft bereits Überschüsse von dauerhaft mehr als sechs Prozent des BIP als stabilitätsgefährdend ein. Brüssel will bis Anfang März über die anhaltende Exportstärke urteilen, nachdem bereits 2014 eine Rüge ausgesprochen wurde. Deutschland wird empfohlen, mehr zu investieren und so die Nachfrage im Inland zu stärken, was wiederum den Exportüberschuss verringern würde.