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17/01/2017

Bundesbank: Mindestlohn hebt Gehaltsniveau spürbar

Finanzen und Wirtschaft

Bundesbank: Mindestlohn hebt Gehaltsniveau spürbar

Der gesetzliche Mindestlohn bringt laut Bundesbank spürbare höhere Löhne.

[blu-news.org/Flickr]

Knapp vier Millionen Deutsche profitieren seit Anfang des Jahres vom neuen Mindestlohngesetz. Nun verweist der Monatsbericht der Bundesbank auf die Erfolge: Vor allem untere Lohngruppen in Ostdeutschland haben dadurch deutlich höhere Stundenlöhne.

Allein durch den gesetzlichen Mindestlohn steigen die Verdienste in Deutschland nach Einschätzung der Bundesbank um etwa einen halben Prozentpunkt.

Vor allem für untere Lohngruppen in Ostdeutschland gab es deutlich höhere Stundenlöhne, hieß es im Monatsbericht der Bundesbank vom Montag. Insgesamt sei das Gehaltsniveau im Osten der Republik durch den Mindestlohn um etwa 1,75 Prozent gestiegen. Wenn unterstellt werde, dass die Untergrenze auf die Verdienste in Westdeutschland keinen Einfluss gehabt habe, ergebe sich daraus für Deutschland ein Beitrag zum Lohnanstieg von etwa 0,25 Prozent. Dieser Wert könne sich grob verdoppeln, wenn die Verdienste von allen Mini-Jobbern berücksichtigt würden. Dazu lägen aber noch keine Daten vor.

Ungelernte Arbeitnehmer im Osten verdienten demnach im ersten Quartal 2015 9,4 Prozent mehr als in den ersten drei Monaten 2014. Auch Branchen mit niedrigen Löhnen verzeichneten im Osten zum Teil zweistellige Anstiege, wie etwa in der Gastronomie mit 12,6 Prozent und bei den Wachdiensten mit zwölf Prozent. Zum Teil trugen zu dem Lohnanstieg auch Branchenmindestlöhne bei, die von den Tarifpartnern vereinbart wurden, um für eine Übergangszeit bis Ende 2017 weniger als den gesetzlichen Mindestlohn zahlen zu dürfen. In Westdeutschland macht sich der Mindestlohn wegen des höheren Verdienstniveaus in unteren Lohngruppen weniger stark bemerkbar.

Knapp vier Millionen Menschen in Deutschland sind vom neuen gesetzlichen Mindestlohn betroffen. Er gilt seit dem 1. Januar 2015 bundesweit als Lohnuntergrenze von brutto 8,50 Euro pro Stunde. Die Koalitionsverhandlungen zwischen CDU/CSU und SPD hatten die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns zum Gegenstand. Die SPD votierte für einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn in allen Branchen, die CDU war dagegen. Es wurde ein Kompromiss erzielt.