EurActiv.de

Das führende Medium zur Europapolitik

29/09/2016

Außenhandel: Deutsche Exporte steigen schwächer als erwartet

Finanzen und Wirtschaft

Außenhandel: Deutsche Exporte steigen schwächer als erwartet

Die deutschen Exporte haben angezogen.

[Bankenverband - Bundesverband deutscher Banken/Flickr]

Die deutschen Exporte sind im November zwar gewachsen – sie stiegen aber schwächer als erwartet. Grund dafür sind die Flauten bei einigen großen Abnehmern.

Die Ausfuhren deutscher Unternehmen haben im November kräftig zugelegt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stiegen die Exporte um 7,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Die exportierten Waren hatten einen Wert von 102,2 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Oktober legten die Exporte nur leicht um 0,4 Prozent zu.

Die deutschen Exporte sind im November damit wegen der Flaute in großen Schwellenländern wie China schwächer als erwartet gestiegen. Ökonomen hatten mit einem Anstieg von 0,7 Prozent gerechnet, nachdem es im Oktober noch einen Rückgang um 1,3 Prozent gegeben hatte.

Die Unternehmen verkauften Waren im Wert von 102,2 Milliarden Euro ins Ausland. Das waren 7,7 Prozent mehr als im November 2014. Dafür sorgte vor allem die starke Nachfrage aus Europa: Die Ausfuhren in die Euro-Zone wuchsen binnen Jahresfrist um 8,8 Prozent, die in die anderen EU-Länder sogar um 10,8 Prozent. Das Geschäft mit dem Rest der Welt nahm dagegen lediglich um 5,1 Prozent zu. Großen Schwellenländern wie China, Brasilien und Russland macht derzeit eine schwächere Konjunktur zu schaffen, weshalb sie weniger Waren „Made in Germany“ kaufen.

Die deutschen Unternehmen stellten im November weniger her. Die Produktion von Industrie, Bauwirtschaft und Versorgern gab um 0,3 Prozent zum Vormonat nach. Hier hatten Analysten ein Plus von 0,5 Prozent erwartet. Die Industrie allein drosselte ihre Erzeugung um 0,8 Prozent. „Die Unternehmen der Industrie verhielten sich bei ihren Produktionsdispositionen im Jahresschlussquartal 2015 abwartend“, erklärte das Wirtschaftsministerium. „Insbesondere die Wachstumsverlangsamung in einigen Schwellenländern war hierfür ausschlaggebend.“