Athen-Besuch: AfD-Chef Lucke präsentiert Pläne für „Neue Drachme“

Gute Bekannte: Yanis Varoufakis (li.) und AfD-Chef Bernd Lucke (re.). ©AfD

Während eines Spontan-Besuchs in Athen trifft AfD-Chef Bernd Lucke den griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis. Das Thema: Ein „sanftes“ Ausscheiden aus dem Euro.

Wie kann ein geordneter Euro-Austritt aussehen? Darüber will der Chef der Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke, bei einem kurzfristig einberufenen Arbeitsgespräch in Athen informieren. Auf Einladung des griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis stelle er dort die Möglichkeit einer Neuen Drachme als Parallelwährung zum Euro vor, erklärt ein AfD-Sprecher.

Nach den Vorstellungen Luckes ermögliche eine Parallelwährung ein „sanftes“ Ausscheiden aus dem Euro. Ein ungeordneter Austritt – ein sogenannter „Graccident“ – wäre in den Augen des AfD-Chefs mit unvorhersehbaren Folgen verbunden.

Lucke und Varoufakis kennen sich aus ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit seit vielen Jahren. 2010 nahm Varoufakis unter anderem an den Beratungen teil, die Lucke als damaliger Initiator des „Plenums der Ökonomen“ organisierte, einer elektronischen Vollversammlung der deutschen Volkswirtschaftsprofessoren, die sich mit großer Mehrheit gegen die Eurorettungspolitik ausgesprochen hatte.

Merkel: Athen muss sich beeilen

Im Schuldenstreit zwischen Griechenland und seinen Gläubigern hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Athen zur Eile ermahnt. „Die Zeit drängt. Das heißt, es gibt auch keine Zeit zu verlieren“, sagte Merkel am Dienstag nach einem Gespräch mit dem französischen Präsidenten François Hollande in Berlin.

EU-Ratspräsident Donald Tusk sagte, vor Ostern rechne er nicht mehr mit Fortschritten bei der Suche nach einer Einigung im Schuldenstreit.

In den Gesprächen zwischen der griechischen Regierung in den Gläubigerinstitutionen in den vergangenen Tagen sei „ein Anfang gemacht“ worden, sagte Merkel. Hollande sagte: „Wir haben zu viel Zeit verloren und müssen versuchen, diese Zeit wieder aufzuholen.“

Tusk sagte bei einem Treffen mit dem spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy in Madrid, die Prüfung der griechischen Sparvorschläge sei „sehr komplex“. „Ich hoffe, dass wir bis Ende April ein Abkommen erreichen werden, das erscheint mir möglich“.