15 Jahre Euro: Skepsis statt Feierlaune

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Der Euro ist für viele EU-Mitglieder außerhalb der Währungsunion kaum noch erstrebenswert. [Alex Guibord/Flickr]

Hunderte Millionen Menschen in 19 Ländern nutzen seit 15 Jahren tagtäglich den Euro – eine Jubiläumsfeier blieb jedoch aus. Vor allem Nicht-Euroländer zeigen laut Eurobarometer kaum Begeisterung für die Währungsunion. EURACTIV Brüssel berichtet.

Am 1. Januar 1999 lancierte man den Euro erstmals als virtuelle Währung. Genutzt wurde diese vor allem in der Buchhaltung und bei Finanztransaktionen. Euro-Münzen und Banknoten führte man drei Jahre später am 1. Januar 2002 ein. Zu diesem Zeitpunkt bestand die EU aus 15 Mitgliedsstaaten. 2004 kam es zur Osterweiterung, bei der Polen, Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Estland, Lettland, Litauen, Zypern und Malta beitraten. 2007 folgten Bulgarien und Rumänien. Jüngstes Mitglied wurde Kroatien im Jahr 2013. Sie alle sind laut ihren Beitrittsverträgen verpflichtet, den Euro als Währung einzuführen, sobald sie dazu bereit sind. Für die älteren Mitglieder gilt keine solche Verpflichtung. Daher gehören Großbritannien, Dänemark und Schweden nicht zur Euro-Zone.

Sieben der 13 EU-Staaten, die seit 2004 beigetreten sind, haben es inzwischen in den Euro-Raum geschafft. Slowenien führte die Währung 2007 ein, dicht gefolgt von Zypern, Malta 2008, die Slowakei 2009, Estland 2011, Lettland 2014 und Litauen 2015. Traditionsgemäß führen alle neuen Euroländer die Gemeinschaftswährung am Neujahrstag ein.

Euroskepsis

Einige EU-Staaten außerhalb der Euro-Zone sind sich seit der Euro-Krise nicht mehr sicher, ob sie tatsächlich Mitglied der Währungsunion werden wollen. Vor allem Polen, das zurzeit über eine euroskeptische Regierung verfügt, hegt große Zweifel. Keines der übrigen Nicht-Euroländer scheint es mit der Euro-Einführung noch besonders eilig zu haben.

Krisenstimmung bremst deutsch-französische Pläne für die Euro-Zone

Frankreich und die Bundesrepublik wollen bis zum Jahresende eine gemeinsame Stellungnahme zur weiteren Integration der Euro-Zone vorlegen. Bis zum französisch-deutschen Ratstreffen hat sich jedoch nicht viel getan. EURACTIV Frankreich berichtet.

Eine Eurobarometer-Studie vom vergangenen Dezember zeigt, dass sich alle sechs EU-Staaten, in denen die Mehrheit gegen den Euro ist, außerhalb der Währungsunion befinden: Tschechien (72 Prozent dagegen), Schweden (69 Prozent), Großbritannien (67 Prozent), Dänemark (64 Prozent), Polen (57 Prozent) und Bulgarien (50 Prozent). Ebenfalls unzufrieden zeigen sich Kroatien (43 Prozent), Ungarn (41 Prozent), das Euroland Italien (37 Prozent) und Rumänien (35 Prozent).

Rumäniens Ergebnisse entsprechen am ehesten dem EU-Durchschnitt. Innerhalb der EU-28 sind 58 Prozent für den Euro und 36 Prozent dagegen. Frühere Eurobarometer-Studien förderten ähnliche Trends zutage.

Vielen Europäer innerhalb der Währungsunion hätten in der Tat das Vertrauen in den Euro verloren, gestand Benoît Cœuré, Mitglied des Vorstandes der Europäischen Zentralbank, kürzlich in einer Rede in Italien. Die letztendliche Verantwortung liege jedoch bei den nationalen Regierungen. Sie sind es, die ihm zufolge Strukturreformen durchführen sollten.

Draghi: Drei Risiken für den Aufschwung in der Euro-Zone

Die Euro-Zone steht laut EZB-Chef Mario Draghi drei großen Herausforderungen gegenüber: ertragsschwachen Banken, niedriger Inflation und der Abhängigkeit von geldpolitischer Unterstützung. EURACTIV-Kooperationspartner Milano Finanza berichtet.