Nach zehn Jahren Amtszeit: EU-Kommissionspräsident Barroso sagt „adeus“

Er ist der dienstälteste Kommissionspräsident in der EU-Geschichte: Nach zehn Jahren Amtszeit gab der scheidende EU-Chef José Manuel Barroso seine letzte Pressekonferenz

Barroso leitete 444 Sitzungen der EU-Kommission. Im Rückblick zeigte sich der Portugiese stolz: Er habe die Staatengemeinschaft durch die schlimmste Wirtschaftskrise der letzten Jahrzehnte geholfen. Jetzt sei die Europäische Union dank seiner Führung „stärker und besser ausgerüstet“.

„Dank der weitreichenden Kompetenzen der EU, insbesondere der Kommission und der Europäischen Zentralbank (EZB), ist die Staatengemeinschaft kräftiger als zuvor. Sie ist besser gewappnet für die Zukunft“, so Barroso. Anders als einige Hauptstädte behaupten, sei es möglich gewesen, die EU institutionell robuster zu machen.

Barrosos Erbe sind striktere Budget-Regeln, eine strengere Steuer-Regulierung und eine im Aufbau befindliche Bankenunion. 

Doch Barroso hinterlässt auch gestärkte EU-Skeptiker und eine einflussreiche Bewegung in Großbritannien, die sich von der Europäischen Union abnabeln möchte. „Ich bin besorgt“, sagte Barroso. Besorgt über eine „Abkoppelung“ der europäischen Bürgern von den Brüsseler Institutionen.

Auf die Frage von EURACTIV, ob er für den Posten des UN-Generalsekretärs kandidieren möchte, nachdem das zweite Mandat von Ban Ki-Moon 2016 ausläuft, gibt er eine ziemlich lange Antwort, lehnt den Vorschlag aber nicht ab.

„Ich habe meine endgültigen Entscheidungen über politische Ernennungen oder Wahlen entweder in meinem Land oder bei den Vereinten Nationen noch nicht getroffen,“ sagte Barroso.