EurActiv.de

Das führende Medium zur Europapolitik

24/08/2016

Juncker-Kommission geht in die Medien-Offensive

Europawahlen 2014

Juncker-Kommission geht in die Medien-Offensive

Die neue EU-Kommission von Jean-Claude Juncker will öfters vor die Kameras treten – auch wenn es Probleme gibt. Foto: EPP/Flickr

Die neue EU-Kommission will medien-freundlicher werden. Das kündigte der Chef-Sprecher der Brüsseler Behörde am ersten Arbeitstag des neuen Teams in Brüssel an.

Die EU-Kommission hat sich neu aufgestellt. In der Mannschaft von Jean-Claude Juncker spielen nicht nur neue Kommissare mit – auch ein frisches Sprecher-Team geht ins Rennen. Der oberste Pressesprecher der EU-Kommission, Margaritis Schinas, stellte das dreizehn-köpfige Team am gestrigen Montag der Öffentlichkeit vor. 

Das neue Sprecher-Team ist mit dreizehn Personen kleiner als zuvor. Seine Mitglieder sind nicht mehr einzelnen EU-Kommissaren unterstellt. Stattdessen müssen sie sich für bestimmte Politikfelder verantwortlich zeigen.

In der täglich stattfindenden Mittags-Pressekonferenz – dem sogenannten Midday Briefing – würden künftig alle dreizehn Sprecher anwesend sein, kündigte Schinas an. Damit widersprach er Gerüchten, wonach sich die Sprecher erst nach schriftlicher Vorab-Anfrage zu konkreten Themen äußern würden.

Auf Nachfrage von EurActiv kündigte Schinas an, dass auch Kommissionschef Juncker und die anderen 27 Kommissare vorhätten, öfters vor die Presse zu treten. “Wir werden dafür sorgen, dass die Kommissare persönlich häufiger im Pressesaal erscheinen werden”, so Schinas. Presse-Auftritte werde es nicht nur geben, wenn es was Positives zu verkünden gebe – sondern auch wenn Probleme aufkämen, fügte Schinas hinzu.

Am morgigen Mittwoch, wenn sich das Kabinett zum ersten Mal im Berlaymont-Gebaude der EU-Kommission in Brüssel trifft, würde entweder Juncker oder sein Erster Vizepräsident Frans Timmermans vor die Journalisten treten.

Die Kommissions-Sprecher im Überblick

Margaritis Schinas wird das Themencluster “Wirtschaft” übernehmen.

Seine Stellvertreterin wird Mina Andreeva. Sie war zuvor Sprecherin für Kommissionsvize Viviane Reding. Künftig deckt sie die Bereiche Digitaler Binnenmarkt, Arbeitsmarkt, Soziales, Recht und Geschlechtergerechtigkeit ab.

Natascha Berthaud wird für die Themen Migration, Inneres, Bürokratie, Rechtsstaat und Menschenrechte sprechen. 

Jakub Adamovizcz, ehemaliger Journalist aus Luxemburg, wird die Haushalts- und Personalpolitik, Verkehrs- und Regionalpolitik verantworten.

Der Italiener Enrico Brivio, auch ehemaliger Reporter, wird aus dem Ausschuss der Ständigen Vertreter (AStV) berichten und für die Themen Umwelt, Fischereipolitik, Schifffahrt, Gesundheit und Ernährungssicherheit sprechen.

Ricardo Cardoso übernimmt die Wettbewerbspolitik.

Lucia Caudet wird in Zukunft die Bereiche Binnenmarkt, Industrie, Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU), Forschung, Bildung, Innovation, Kultur und Sport vertreten.

Ana-Kaisa Itkonen wird die Bereiche Klima und Energie abdecken.

Daniel Rosaria, ein ehemaliger Journalist aus Portugal, wird künftig die Handelspolitik und Landwirtschaft vertreten.

Die Reuters-Journalistin Annika Breidthardt wird ab dem 1. Dezember ihren Chef Schinas bei der Eurozonen-Politik unterstützen.

Catherine Ray wird die führende Sprecherin für den Europäischen Auswärtigen Dienst (EAD). Ihren Job wird sie mit Maja Kocijancic teilen, die auch für Entwicklungszusammenarbeit und Humanitäre Hilfe verantwortlich sein wird. 

Vanessa Mock, ehemals Journalistin aus Deutschland, wird sich um Finanzen, Steuern, Zoll und den Kapitalmarkt kümmern.