WhyEurope: Populismus für Europa

Das Studentenprojekt WhyEurope, hat den Sonderpreis 2017 der EuropCom gewonnen. [WhyEurope on Twitter]

Das Studentenprojekt WhyEurope, das frech-flapsige, pro-europäische Posts auf Social-Media-Plattformen verbreitet, hat den Sonderpreis 2017 der EuropCom gewonnen, einer Vereinigung von Kommunikationsprofis unter Schirmherrschaft des EU-Ausschusses der Regionen.

Als EURACTIV.com vergangenen Januar zum ersten Mal auf den Twitter-Account von WhyEurope aufmerksam wurde, fiel besonders die Frische der proeuropäischen Posts auf, die im starken Kontrast zu den ansonsten eher nüchtern-langweiligen Mitteilungen der EU-Institutionen und -Akteure standen.

Im Februar besuchten drei Studenten EURACTIV und erklärten das WhyEurope-Konzept. Inzwischen ist das Projekt weiter gewachsen. In Frankreich erhielt es besondere Aufmerksamkeit, als die Rechtspopulistin Marine Le Pen während des Wahlkampfs WhyEurope attackierte und fälschlicherweise behauptete, die Organisation sei mit EU-Geldern finanziert.

Benedikt Kau, einer der Gründer von WhyEurope sagte in Reaktion darauf gegenüber EURACTIV: „Wir fühlen uns dadurch geehrt. Als wir das Projekt gestartet haben, hätten wir niemals gedacht, dass so etwas geschehen könnte. Das ist natürlich eine große Motivation, weiterzumachen.”

Inzwischen sei die Truppe auf 22 Mitglieder angewachsen und starte nun frische Kampagnen mit verändertem Design und neuen Konzepten. Man wolle auch verstärkt Offline-Projekte angehen. „Wir sind sehr optimistisch, was die Zukunft von WhyEurope angeht,” so Kau.

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Unter Schirmherrschaft des Ausschusses der Regionen und mit Unterstützung der anderen EU-Institutionen kommen zur EuropCom-Konferenz mehr als 600 europäische Kommunikationsexperten, darunter hochrangige politische Vertreter, zusammen, um aktuelle Herausforderungen in der EU- und der öffentlichen Kommunikation im Allgemeinen zu debattieren.

Unter dem Titel „[Re]shaping European dialogues“ ging es dieses Jahr vor allem darum, wie die Bürger für das europäische Projekt begeistert und eingebunden werden können.

Der EuropCom-Preis wird jährlich an herausragende EU-bezogene Kommunikationskampagnen nationaler, regionaler oder lokaler Behörden vergeben. Während WhyEurope einen Sonderpreis erhielt, ging der EuropCom-Award an die belgische Provinz Antwerpen und ihre Kampagne Pop up Europa.

Die im Mai 2017 gestartete Kampagne hat das Ziel, „Europa in die Gemeinden zu bringen“ und über „ansprechende, interaktive und kostenlose Aktivitäten“ wie Ausstellungen, Theaterstücke, Filme und Konzerte zu Diskussionen über Europa anzuregen. Mit dieser Mischung soll Pop up Europa alle Menschen – und nicht nur pro-europäische Bürger – erreichen.

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