Europol: 718 mutmaßliche Dschihadisten 2016 in Europa festgenommen

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Mit den neuen Anti-Terror-Gesetz will die EU nicht nur organisierte Dschihadisten besser bekämpfen, sondern auch so genannte "einsame Wölfe", die Angriffe im Alleingang planen. [Foto: dpa /Archiv)]

Die Fallzahl hat sich binnen zwei Jahren fast verdoppelt: In Europa sind im vergangenen Jahr mehr als 700 mutmaßliche Dschihadisten festgenommen worden.

In Europa sind im vergangenen Jahr mehr als 700 mutmaßliche Dschihadisten festgenommen worden und damit fast doppelt so viele wie noch 2014. Alleine in Frankreich seien 456 Verdächtige in Gewahrsam genommen worden, teilte die europäische Polizeibehörde Europol am Donnerstag in ihrem Jahresbericht mit. Insgesamt habe es 718 Festnahmen gegeben, während es 2014 noch 395 gewesen seien.

Allerdings sei die Zahl der islamistisch motivierten Anschläge von 17 auf 13 gesunken. Sechs davon stünden in Verbindung zur Dschihadistenmiliz Islamistscher Staat (IS). Insgesamt verzeichnete Europol 142 Terrorattacken in Europa. Die meisten davon seien von Nationalisten oder Separatisten verübt worden. Von den insgesamt 142 getöteten Menschen seien 135 bei dschihadistischen Anschlägen ums Leben gekommen.

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Alarmierend sei die große Zahl an Frauen, jungen Erwachsenen und Kindern unter den Verdächtigen. In Großbritannien etwa liege der Anteil der weiblichen Verdächtigen inzwischen bei rund 25 Prozent. In Frankreich war laut Europol fast jeder dritte Festgenommene jünger als 25 Jahre.

Großbritannien war in den vergangenen Wochen von drei islamistischen Anschlägen erschüttert worden. Bei den Attacken in London und Manchester wurden insgesamt 34 Menschen getötet und Dutzende verletzt.

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