Die EU wird in Frankreich immer beliebter

Französische und EU-Flaggen während der Demonstration „Pulse of Europe“ auf dem Frankfurter Goetheplatz, 9. April 2017. [ALEXANDER BECHER]

Laut einer Eurobarometer-Studie wächst der EU-Optimismus in Frankreich seit vergangenem Herbst. Ein Bericht von EURACTIV France.

Ein Jahr nach dem Brexit-Referendum sind die Franzosen in Bezug auf die Zukunft der EU optimistisch, so die Studie, die vergangenen Freitag veröffentlicht wurde. Sie hätten mehr Vertrauen in die europäischen Institutionen und ein positiveres Bild von ihnen.

Im Mai sagten 56 Prozent der Befragten, sie seien optimistisch. Das sind 14 Prozentpunkte mehr als in einer Eurobarometer-Umfrage vom Herbst 2016, und der höchste Wert in der gesamten EU. Die pro-europäische Wahlkampagne von Präsident Macron scheint sich ausgezahlt zu haben.

Insgesamt befürwortet ein Großteil der Franzosen die europäische Politik – mit auffälliger Ausnahme möglicher Erweiterungen in den kommenden Jahren. Nach Frieden zwischen den europäischen Ländern nannten die Befragten den freien Waren-, Dienstleistungs- und Personenverkehr als größte Errungenschaft der EU.

Allerdings sagten auch mehr als 60 Prozent der Teilnehmer, dass sie nur wenig über ihre Rechte als EU-Bürger wissen.

„Es herrscht Optimismus in Europa. Wir wollen unsere Bemühungen, die Bürger darüber zu informieren, wie sie täglich von der EU profitieren, fortsetzen und diesen positiven Trend beibehalten,” kommentierte Isabelle Jégouzo, eine Vertreterin der EU- Kommission in Frankreich.

Terrorismus und Arbeitslosigkeit

44 Prozent der Befragten in ganz Europa nannten Terrorismus als wichtigste Herausforderung der EU. In 21 Mitgliedsländern wurde dieses Thema an erster Stelle genannt; 2016 war dies nur in Spanien der Fall. Erstaunlicherweise wurde das Thema besonders häufig in Ländern wie Litauen (60 Prozent), Tschechien (59 Prozent), Zypern und Malta (jeweils 58 Prozent) genannt, obwohl diese Länder bisher relativ wenig von Terrorismus betroffen waren.

Tschechische EU-Parlamentarier kämpfen gegen Märchen vom bösen Brüssel

Tschechien hat von EU-Geldern in Milliardenhöhe profitiert, aber nur ein Drittel der Einwohner sieht die EU-Mitgliedschaft positiv. Tschechische EU-Abgeordnete wollen das ändern.

Auch Immigration wird von rund 40 Prozent der Europäer als wesentliches Thema angesehen. Die Spitzenwerte kommen aus Estland mit 62, Ungarn mit 60 und Dänemark mit 56 Prozent. Die Problematik beschäftigt aber auch viele Deutsche, Niederländer, Österreicher und Schweden. Lediglich in Portugal wurde Migration nicht als eines der drei wichtigsten Probleme genannt.

In Frankreich wiederum ist die Arbeitslosigkeit das akuteste Problem. 29 Prozent der Befragten nannten das Thema – weniger als in den vergangenen Jahren. Gesamteuropäisch liegt Arbeitslosigkeit auf dem fünften Platz.

Immigration ist für die Franzosen das zweitwichtigste Thema. Aber auch dieses Problem nannten mit 22 Prozent erheblich weniger Menschen, als vorher (26 Prozent in 2016 und 36 Prozent in 2015). Folgend wurden soziale Sicherheit (20 Prozent) und Terrorismus (19 Prozent) genannt.

Euroskeptische Parteien verlieren seit Trump-Wahl an Zustimmung

Das Erstarken rechter Parteien in der EU scheint vorerst Geschichte. Seit der Wahl Donald Trumps verlieren Marine Le Pen und ihre Verbündeten Wahlen und fallen in Umfragen zurück.