EurActiv.de

Das führende Medium zur Europapolitik

24/01/2017

Ungarische Polizei setzt Pfefferspray gegen Flüchtlinge ein

EU-Innenpolitik

Ungarische Polizei setzt Pfefferspray gegen Flüchtlinge ein

migrants_break_out_o_46550797.jpg

Foto: dpa

In Ungarn ist die Polizei am Dienstagabend erneut mit Gewalt gegen Flüchtlinge vorgegangen. Bereits am Tag zuvor hatte es immer wieder Handgemenge zwischen Flüchtlingen und der ungarischen Polizei gegeben.

Am Dienstagabend flohen in Röszke an der serbischen Grenze mehrere hundert Flüchtlinge von einem Sammelpunkt der Polizei, wo sie auf ihre Registrierung warten sollten. Die Gruppe lief etwa einen Kilometer weit auf einer Hauptstraße, bevor die Polizei sie stoppte. Die Beamten setzten Pfefferspray ein. Schließlich wurden die Flüchtlinge mit Bussen in das Registrierungszentrum gebracht.

Nach ihrer Ankunft in Ungarn müssen die Flüchtlinge stundenlang auf ihre Registrierung warten. Bereits am Montag hatte es immer wieder Handgemenge zwischen Flüchtlingen und der ungarischen Polizei gegeben. Seit Jahresbeginn sind schon mehr als 165.000 Flüchtlinge nach Ungarn gekommen. Die meisten von ihnen wollen nach Deutschland oder Österreich weiter.

Über die Grenze von Serbien nach Ungarn sind seit Anfang des Jahres mehr als 160.000 Flüchtlinge in die EU gekommen. Nach Angaben der ungarischen Regierung waren es allein am Montag 2.706 Menschen.

Der Andrang in Richtung dieser Grenze reißt derweil nicht ab. In Griechenland überquerten hunderte Flüchtlinge am Dienstag die Grenze zu Mazedonien. Von dort aus versuchen die Flüchtlinge, über Serbien weiter nach Ungarn zu kommen. Beobachtet von der Polizei kamen die Flüchtlinge in Gruppen von mehreren dutzend Menschen gleichzeitig über die Grenze, wie ein AFP-Fotograf berichtete. Sie gingen dann in die nahegelegene Stadt Gevgelija weiter, wo sie Züge und Busse Richtung serbische Grenze bestiegen.

Gegen Nachmittag hatten etwa tausend Flüchtlinge die Züge in Mazedonien Richtung Norden genommen. Nach UN-Angaben kamen allein am Montag etwa 7000 Menschen über die griechische Grenze nach Mazedonien. Nach Angaben der Polizei vom Montag stellte die mazedonische Polizei seit dem 19. Juni insgesamt 64.522 Transit-Erlaubnisse aus.