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30/09/2016

UKIP-Chef Farage tritt zurück

EU-Innenpolitik

UKIP-Chef Farage tritt zurück

UKIP-Vorsitzender Nigel Farage spricht ausgelassen über den Sieg "der kleinen Leute".

[James Crisp/Flickr]

Der Chef der rechtspopulistischen britschen Parteik UKIP, Nigel Farage, tritt zurück. Der vehemente Brexit- Befürworter sagte am Montag, er wolle „sein Leben zurückhaben“.

Auf Twitter dankte er allen seinen Untertstützern bei UKIP und schrieb, er sei erfreut über das Ergebnis, „für dessen Erreichen wir so lange gekämpft haben“.

„Ich habe entschieden, als Chef der Ukip zurückzutreten“, sagte Farage vor Journalisten. „Der Sieg des ‚Leave‘-Lagers bei dem Referendum bedeutet, dass sich meine politischen Ziele erfüllt haben.“ Um dieses Ziel hatte sich sein ganzes politisches Leben gedreht – „absolut alles“, wie er mitten im Brexit-Wahlkampf der Nachrichtenagentur AFP sagte. Dafür habe er seit der Gründung der Ukip 1993 gekämpft.

Als vor eineinhalb Wochen das Ergebnis der Brexit-Abstimmung verkündet wurde, hatte Farage Tränen in den Augen vor Freude. Während des Wahlkampfes hatte der selbsterklärte Europa-Hasser mit seinen Sprüchen die Aufmerksamkeit der Medien gefesselt und seine Anhänger mit seiner scharfen Rhetorik begeistert. Gemäßigten Konservativen galt der starke Raucher und Trinker, der gern mit einem Bier in der Hand und einer Zigarette zwischen den Lippen im Pub seine Volkstümlichkeit demonstriert, dagegen als zu radikal und zu kontrovers.

Sein verruchtes Image verhinderte auch sechs Mal, dass die Briten Farage ins Londoner Parlament wählten. Nicht verlegen, trat der Europagegner daraufhin zur Wahl des EU-Parlaments in Straßburg an, wo er seit 1999 ohne Unterbrechung sitzt. Wie andere Rechtspopulisten auch sah er keinen Widerspruch darin, im Europaparlament zu sitzen und trotzdem in den schrillsten Tönen gegen die „korrupten“ und „antidemokratischen“
EU-Institutionen zu hetzen.

Der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Axel Schäfer, sagte zum Rückzug von Farage:„Farage und Johnson zeigen, um was es ihnen geht: Nicht das Votum des Landes, sondern puren Egoismus.“ Beide sollten jetzt konsequenterweise ihre Parlamentssitze in Westminster und Straßburg aufgeben. „Wer wirklich zurück ins Leben möchte, der sollte zuallererst auf die Privilegien seines Mandats verzichten.“