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24/09/2016

Tusk erwartet keine weiteren EU-Austritte nach Brexit

EU-Innenpolitik

Tusk erwartet keine weiteren EU-Austritte nach Brexit

EU-Ratspärsident Donald Tusk: "Die russische Darstellung der Ereignisse (ist) unzuverlässig."

[European Parliament/Flickr]

EU-Ratspräsident Donald Tusk erwartet nach dem Brexit-Votum der Briten keine weiteren Austritte aus der Europäischen Union (EU). Der Brexit sei „nur ein Zwischenfall, aber nicht der Beginn eines Prozesses“, sagte Tusk vor dem Nato-Gipfel am Freitag in Warschau.

Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sicherte seinerseits zu, die EU werde nach der
Austrittserklärung „nicht in feindseliger Stimmung“ in die Gespräche über die
künftigen Beziehungen gehen.

US-Präsident Barack Obama warnte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz vor den Folgen von einem langen und schwierigen Tauziehen der EU mit Großbritannien. „Niemand hat ein Interesse an langwierigen, gegeneinander gerichteten Verhandlungen“, sagte er. Europa dürfe gleichzeitig nicht die „außerordentliche Errungenschaft“ der Integration aus den Augen verlieren, die Frieden und Wohlstand auf dem Kontinent gebracht habe.

Es sei nötig, eine „starke Botschaft an die ganze Welt zu schicken“, sagte Tusk, nachdem der Ausgang des Brexit-Referendums weltweit für Erschütterungen an den Finanzmärkten gesorgt hatte. Das Ereignis sei „traurig“. Er sage aber den EU-Gegnern in und außerhalb der Union: „Sie werden auf dem Bildschirm nicht die Worte ‚Fortsetzung folgt‘ sehen.“