EurActiv.de

Das führende Medium zur Europapolitik

20/01/2017

Tsipras vor Parlamentswahl: „Wir gewinnen die absolute Mehrheit“

EU-Innenpolitik

Tsipras vor Parlamentswahl: „Wir gewinnen die absolute Mehrheit“

Alexis Tsipras hofft auf einen klaren Sieg bei der Parlamentswahl in Griechenland.

[DIE LINKE/Flickr]

Der ehemalige Regierungschef Griechenlands, Alexis Tsipras, gibt sich vor den Parlamentswahlen siegesgewiss. Doch auch wenn der Ausgang nicht so klar ausfallen sollte, hat Tsipras bereits einen Plan B.

Trotz Vorhersagen eines knappen Wahlausgangs hat sich Griechenlands Ex-Ministerpräsident Alexis Tsipras vor der Parlamentswahl am Sonntag siegesgewiss gegeben. Seine linksgerichtete Partei Syriza werde „sicher die größte politische Partei im Land und ich denke, das Ziel einer absoluten Mehrheit ist vollkommen erreichbar“, sagte Tsipras am Dienstagabend in einem Interview mit dem Fernsehsender Euronews. Seine Partei habe beweisen, dass sie Griechenland so regieren könne, „um das Land in Europa zu halten und eine weitere, noch ernstere wirtschaftliche Katastrophe zu verhindern“.

Wenn Syriza aber keinen klaren Sieg erringe, gebe es weitere Optionen. „Wenn wir keine Mehrheit haben, werden wir unser Programm haben, unseren Plan und es wird andere Parteien geben, deren Abgeordnete keine Neuwahlen riskieren wollen“, sagte Tsipras.

Am Sonntag findet in Griechenland die fünfte Parlamentswahl in sechs Jahren statt. Die vorherigen Wahlen im Januar hatte Syriza mit einem Stimmenanteil von 36,3 Prozent deutlich gewonnen. Dieses Mal sagen Umfragen Tsipras‘ Partei allerdings ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der konservativen Oppositionspartei Nea Dimokratia (ND) voraus. In früheren Interviews hatte Tsipras eine Zusammenarbeit mit der ND ausgeschlossen, sich aber offen für eine Zusammenarbeit mit der sozialistischen Pasok-Partei gezeigt.

Syriza war mit dem Versprechen an die Macht gekommen, die strikte Sparpolitik in Griechenland zu beenden. Nach monatelangen Verhandlungen mit den internationalen Gläubigern musste Tsipras jedoch noch härtere Spar- und Reformauflagen für ein neues Hilfspaket von EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) akzeptieren. Einige Syriza-Abgeordnete verweigerten ihm daher die Gefolgschaft, im August trat Tsipras zurück und machte den Weg für vorgezogene Neuwahlen frei.

Weitere Informationen