Tröglitz: Wirtschaft sieht nach Anschlag Gefahr für Arbeitsmarkt

Nach dem Anschlag von Tröglitz fürchtet die deutsche Wirtschaft Gefahren für den Arbeitsmarkt. [blu-news.org]

Vertreter der deutschen Wirtschaft haben nach dem Brandanschlag auf das geplante Asylbewerberheim in Tröglitz vor Gefahren für den Arbeitsmarkt gewarnt. Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer forderte, auch Asylsuchende müssten spätestens ab dem sechsten Monat arbeiten dürfen.

Die deutsche Wirtschaft sieht durch den Brandanschlag auf das geplante Asylbewerberheim in Tröglitz und ähnliche Vorfälle Gefahren für den Arbeitsmarkt. Angesichts von Überalterung und drohendem Fachkräftemangel könne es sich Deutschland nicht leisten, auf das Potenzial von Flüchtlingen zu verzichten, warnten Spitzenvertreter des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) im „Handelsblatt“.

Mit den jüngsten Arbeitserleichterungen für Flüchtlinge sei die Republik auf dem richtigen Weg, sagte der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks und warnte zugleich: „Das dürfen wir als globalisiertes Industrieland nicht leichtfertig wieder aufs Spiel setzen.“ Denn der Absatz deutscher Produkte hänge nicht nur an der technischen Qualität, „sondern auch das Image und die Werte Deutschlands schwingen dabei mit“.

Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer forderte, auch Asylsuchende müssten spätestens ab dem sechsten Monat arbeiten dürfen, ohne dass geprüft wird, ob es einen Bewerber aus der Europäischen Union (EU) gibt. Geduldete sollten sofort ohne diese Vorrangprüfung arbeiten dürfen. „Gerade für jugendliche Flüchtlinge darf das Asylverfahren keinen Lebensstillstand bedeuten“, betonte Kramer.

In Tröglitz in Sachsen-Anhalt hatten am Wochenende Unbekannte einen Brand in einem weitgehend leer stehenden Gebäude gelegt, in dem ab Mai Asylbewerber untergebracht werden sollten.