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28/09/2016

Serbien fordert von Deutschland weniger Geld für Balkan-Flüchtlinge

EU-Innenpolitik

Serbien fordert von Deutschland weniger Geld für Balkan-Flüchtlinge

Weniger Hilfe für Flüchtlinge wird viele Migranten aus dem Westbalkan entmutigen überhaupt erst nach Deutschland zu kommen, meint der serbische Regierungschef Aleksandar Vucic. Foto: dpa

Angesichts der Flüchtlingskrise fordert der serbische Ministerpräsident Aleksandar Vucic, dass Deutschland den Asylbewerbern aus den Westbalkan-Ländern die Hilfen kürzt. So werde sich „das Problem“ der wachsenden Zahl von Asylbewerbern „sehr schnell lösen“.

Der serbische Ministerpräsident Aleksandar Vucic fordert angesichts der Flüchtlingskrise, dass Deutschland den Asylbewerbern aus den Westbalkan-Ländern die Hilfen kürzt. „Wir bitten darum, dass Deutschland die finanziellen Hilfen für Flüchtlinge aus dem Westbalkan deutlich senkt“, sagte Vucic dem „Handelsblatt“ vom Dienstag.

Vucic fügte hinzu: „Dann wird sich das Problem mit den Migranten vom Westbalkan sehr schnell lösen.“ Er sei „überzeugt, weniger Geld in Deutschland wird viele Migranten aus dem Westbalkan entmutigen“.

Menschen aus den Balkan-Ländern machen einen großen Teil der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge aus. Sie werden in der Regel aber nicht als Asylbewerber anerkannt. Serbien ist eines der am stärksten betroffenen Länder auf der Balkan-Route nach Mittel- und Nordeuropa. „Es ist nicht einfach, eine derartige Zahl von Flüchtlingen zu organisieren“, sagte der rechtskonservative Vucic.

Der Regierungschef kritisierte insbesondere die griechische Regierung. „Es ist schon unglaublich, feststellen zu müssen, dass die Migranten den Boden der EU in Griechenland betreten und dort die Behörden offenbar keine Verpflichtung verspüren, die Flüchtlinge zu registrieren“, sagte er. „Viele registrieren wir in Serbien zum ersten Mal, sie erreichen uns von Griechenland über Mazedonien ohne irgendwelche Papiere“, ergänzte Vucic und kündigte an, den Flüchtlingen in seinem Land künftig besser zu helfen.