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01/10/2016

Schweden startet Ausweiskontrollen an Grenze zu Dänemark

EU-Innenpolitik

Schweden startet Ausweiskontrollen an Grenze zu Dänemark

An der dänischen Grenze zu Schweden haben die Passkontrollen begonnen. Foto: dpa

Angesichts des anhaltenden Flüchtlingsandrangs hat Schweden bei der Überfahrt von Dänemark vorerst wieder systematische Passkontrollen eingeführt. Die dänische Bahn rechnet mit langen Wartezeiten und hohen Kosten.

Die Kontrolle der Personalpapiere gilt seit Montag um Mitternacht für Reisende in Zügen, Bussen und Fähren, die von Dänemark aus über die Öresund-Brücke nach Schweden wollen. Damit sind vor allem auch Pendler betroffen.

Die Öresund-Brücke war in der jüngsten Vergangenheit auch ein Anlaufpunkt für zahlreiche Flüchtlinge. Schweden hatte Mitte November bereits wieder sporadische Grenzkontrollen eingeführt, woraufhin die Zahl der ankommenden Flüchtlinge drastisch sank.

Im Dezember verabschiedete das schwedische Parlament dann ein Gesetz, das die Verkehrsbetriebe zur Ausweiskontrolle an der Öresund-Brücke verpflichtet. Diese reagierten wegen der damit verbundenen Mehrkosten mit harscher Kritik. Von Kopenhagen aus pendeln täglich rund 8.600 Menschen ins südschwedische Malmö.

Im vergangenen Jahr erreichten über eine Million Flüchtlinge Europa, die meisten von ihnen flohen aus den Konfliktgebieten in Syrien, Afghanistan und dem Irak. Schweden mit seinen knapp zehn Millionen Einwohnern verfolgt traditionell eine großzügig Asylpolitik. 2015 nahm das Land rund 160.000 Schutzsuchende auf.

Dänemarks Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen hatte vor den Folgen für die dänisch-deutsche Grenze gewarnt: Zur Not müssten künftig auch hier Pässe kontrolliert werden.