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23/01/2017

Rumänischer Minister fordert höhere Preise gegen Lebensmittelverschwendung

EU-Innenpolitik

Rumänischer Minister fordert höhere Preise gegen Lebensmittelverschwendung

Unmengen von Lebensmitteln landen jedes Jahr in der Tonne.

[Ian Barbour CC BY-SA 2.0/Flickr]

Höhere Preise würden der Lebensmittelverschwendung entgegen wirken, meint der rumänische Landwirtschaftsminister Achim Irimescu. Seine Landsmänner wüssten den Wert von Nahrungsmitteln gar nicht mehr zu schätzen. EurActiv Rumänien berichtet.

Es ist ein gewagter Vorschlag gegen die Entwertung von Lebensmitteln. „Die Leute befüllen einfach ihre Kühlschränke und stehen dann vor Unmengen von abgelaufenen Lebensmitteln. Mir ist das auch schon passiert, das gebe ich zu“,  betont Achim Irimescu. „Bei sinkendem Verbrauch von Benzin oder fossilen Energieträgern, erhöht man auch die Preise. Also könnte man doch sicherlich das gleiche auf dem Lebensmittelmarkt machen. Wenn ein Kilo Fleisch einen angemessenen Preis hat, werden die Menschen achtsamer sein.“

Ein Preisanstieg könne seiner Meinung nach also zu einem Bewusstseinswandel im Einkauf und beim Verbrauch führen. „Die Menschheit steuert auf eine Lebensmittelkrise zu. Ich glaube, es wäre klug, die Denkweise der Menschen zu ändern. Rumänien ist in meinen Augen in der Lage, dieses Problem zu lösen“, so der Landwirtschaftsminister.

Lebensmittelabfälle: Zeit für einen Bewusstseinswandel

Die Verbraucher spielen eine wichtige Rolle im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung. Doch auch entlang der kompletten Lieferkette ist ein Wandel erforderlich – vor allem in den Supermärkten, sagt Olivier Jan im Interview mit EurActiv-Kooperationspartner La Tribune.

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Sein Ministerium habe inzwischen eine Arbeitsgruppe aus 25 öffentlichen und privaten Instanzen eingerichtet, die nach einer langfristigen Lösung in Sachen Lebensmittelverschwendung suchen soll. „Wir alle wissen, dass wir in der EU ohne Subventionen nicht in der Lage wären, erschwingliche Produkte für die Verbraucher herzustellen“, warnt Irimescu und klagt über die Summe an EU-Geldern, die jedes Jahr in die Landwirtschaft fließt – ganze 40 Milliarden Euro.

Sinnvoll seien ihm zufolge Systeme, wie es sie schon in vielen westeuropäischen Ländern gebe: Dort werden Lebensmittel, die kurz vor ihrem Ablaufdatum stehen, zu günstigeren Preisen angeboten für all jene, die sie sich andernfalls nicht leisten könnten.

Offizielle Statistiken zeigen, dass in Rumänien jedes Jahr 2,5 Millionen Tonnen an Lebensmitteln weggeworfen werden. „Wir wollen, dass so wenig wie möglich in der Tonne landet“, so das Fazit des Ministers.