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29/09/2016

Präsidentenwahl in Österreich: Van der Bellen setzt sich gegen Hofer durch

EU-Innenpolitik

Präsidentenwahl in Österreich: Van der Bellen setzt sich gegen Hofer durch

Die damaligen Kontrahenten der nun zu wiederholenden Wahl zum österreichischen Bundespräsidenten, Norbert Hofer und Alexander van der Bellen

Der Wahlausgang war denkbar knapp, doch nun steht fest: Der unabhängige Kandidat Alexander Van der Bellen hat die Stichwahl zum Bundespräsidenten in Österreich gewonnen.

Er habe sich nach Auszählung der Briefwahlstimmen gegen den Rechtspopulisten Norbert Hofer von der FPÖ durchgesetzt, berichteten österreichische Medien und der britische Sender BBC. Die Auszählung der bei der Urnenwahl abgegebenen Stimmen hatte am Sonntagabend noch keinen klaren Sieger gebracht. Ausschlaggebend für das Wahlergebnis waren die rund 700.000 Briefwahlstimmen. Den ersten Wahldurchgang hatte Hofer mit gut 35 Prozent der Stimmen gewonnen, Van der Bellen lag 14 Prozentpunkte hinter Hofer.

Rebecca Harms, Ko-Vorsitzende der Grünen/EFA-Fraktion gratulierte Van der Bellen. „Es ist ein bedeutender Tag für alle, die dem wachsenden Populismus und Nationalismus etwas entgegensetzen wollen“, so Harms. Van der Bellen werde kein einfaches Amt antreten, der knappe Wahlausgang zeige ein gespaltenes Land. „Aufgabe des neuen Bundespräsidenten wird es sein, gemeinsame Wege aus der Polarisierung heraus zu ebnen für ein liberales, weltoffenes und europäisches Österreich.“

Auch SPD-Generalsekretärin Katarina Barley zeigte sich erleichtert. „Es ist ein guter Tag für Österreich und ein guter Tag für Europa, dass sich der Kandidat der rechten FPÖ nicht hat durchsetzen können“, sagte Barley am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Die Auseinandersetzung mit den Rechten in Österreich und mit Rechtspopulisten und Nationalisten in Europa gehe aber weiter und müsse mit aller Kraft geführt werden.