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27/09/2016

Portugiesische Zentralbank vergibt Job ohne Ausschreibung an Barroso-Sohn

EU-Innenpolitik

Portugiesische Zentralbank vergibt Job ohne Ausschreibung an Barroso-Sohn

Foto: Yellow.Cat (CC BY 2.0)

Der Sohn des scheidenden Kommissionspräsidenten José Manuel Durão Barroso hat einen wichtigen Posten bei der angeschlagenen portugiesischen Zentralbank ergattert. Die portugiesische Presse schreibt, Luís Durão Barroso hätte den Job ohne Mitbewerber bekommen. EurActiv Brüssel berichtet.

Der 31-Jährige soll ohne den Stress eines Bewerbungsgesprächs genommen worden sein. Auch seien keine anderen Kandidaten für die Position bei der angeschlagenen portugiesischen Zentralbank im Gespräch gewesen. 

Der junge Barroso wird für die Aufsichtsabteilung arbeiten. Er wird aufgrund seiner „bewährten Kompetenz“ einen „konkurrenzlosen Vertrag“ erhalten. Luís Barroso hat einen rechtswissenschaftlichen Abschluss und einen Masterabschluss der London School of Economics. Außerdem absolvierte er zwei Praktika in Anwaltskanzleien. 

Der Vater hätte seine Hände bei der Ernennung seines Sohnes nicht im Spiel gehabt, schreibt die Tageszeitung Jornal de Negócios. Ein Beobachter wird mit den Worten zitiert, José Manuel Barroso sei „die vorsichtigste Person der Welt“. Er solle sich sehr darum sorgen, warum das ausgerechnet zum jetzigen Zeitpunkt, da er die Kommission verlässt, über ihn hereinbricht. Sollte „er Ambitionen in Portugal haben, würde er kein Interesse an Komplikationen dieser Art haben“.