Pegida: Tausende Demonstranten bei Kundgebung mit Geert Wilders

Pegida hat abermals in Dresden demonstriert. Doch Gast Geert Wilders brachte nicht den erhofften Zulauf. [blu-news.org/Flickr]

Mit seinem Gastauftritt in Dresden sollte Geert Wilders der ermüdeten Pegida-Bewegung neuen Schwung verleihen. Doch nur ein Bruchteil der von den Veranstaltern erhofften Teilnehmer kam – nur einige Tausend lauschten den islamfeindlichen Worten des niederländischen Rechtspopulisten.

Eine Kundgebung mit dem niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders als Gastredner hat der islamkritischen Pegida-Bewegung nicht den erhofften Zulauf beschert.

Nach Angaben der Polizei nahmen am Montagabend mehrere tausend Menschen an der Kundgebung in der Dresdner Flutrinne nahe dem Messegelände teil. Die Veranstalter selbst hatten 30.000 Personen angemeldet und bei Facebook nachdrücklich zur Teilnahme aufgerufen. Nachdem es um die Bewegung in den vergangenen Wochen deutlich ruhiger geworden war, boten die Organisatoren für die 23. Kundgebung eine ganze Reihe von Rednern in der sächsischen Hauptstadt auf. Hauptgast Wilders ist Gründer und Vorsitzender der rechtspopulistischen Partei für die Freiheit (PVV).

Die Veranstaltung galt als wichtiger Gradmesser, ob die asylkritische Bewegung auf Dauer eine Zukunft hat. Eine genaue Zahl der Teilnehmer teilte die Dresdner Polizei nach Ende der Kundgebung nicht mit.

Parallel fand ein Sternlauf von Pegida-Gegnern statt, an dem laut Polizei bis zu 2.500 Bürger teilnahmen. Bei zwei weiteren Gegenkundgebungen wurden zusammen etwa 500 Aktivisten gezählt. Die vom Bündnis „Dresden Nazifrei“ angekündigten Blockaden blieben aus. Alle Veranstaltungen verliefen weitgehend friedlich. Die Polizei war mit 1.546 Beamten im Einsatz und wurde von Kollegen aus anderen Bundesländern unterstützt.

An den vergangenen Montagen hatten nur noch mehrere tausend Menschen an den Kundgebungen teilgenommen, vor einer Woche waren es nach Polizeiangaben 7.100. In Spitzenzeiten mobilisierte die Pegida-Bewegung etwa im Januar rund 25.000 Anhänger.

Wilders kritisierte, die meisten Politiker und Medien verschlössen ihre Augen vor den Gefahren der Islamisierung. Zugleich kritisierte er Kanzlerin Angela Merkel für ihren Satz, der Islam gehöre zu Deutschland.

Im Vorfeld der Veranstaltung hatte der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich gewarnt, fremdenfeindliche oder rassistische Ausfällen durch Redner würden nicht geduldet, und es werde konsequent gegen die Veranstalter vorgegangen.

Auf besondere Aufmerksamkeit stieß die Pegida-Kundgebung auch, weil erst zu Ostern ein Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Tröglitz in Sachsen-Anhalt verübt worden war. Kundgebungen wie Pegida stehen im Verdacht, die Hemmschwelle für solche Übergriffe zu senken. Außenminister Frank-Walter Steinmeier warnte am Wochenende, die Partner in der Welt verfolgten mit großer Sorge, wenn so etwas passiere.