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30/09/2016

Orbán: Flüchtlingspolitik der EU-Kommission ist Schuld am Brexit

EU-Innenpolitik

Orbán: Flüchtlingspolitik der EU-Kommission ist Schuld am Brexit

Der ungarische Premierminister Viktor Orbán versteht die Entscheidung der Briten.

[Europa Pont CC BY 2.0/Flickr]

Für den ungarischen Premierminister Viktor Orbán ist klar, warum sich die Briten für einen Brexit entschieden haben. Sie seien unzufrieden mit der EU-Flüchtlingspolitik gewesen, betont er. EurActiv Brüssel berichtet.

Die Visegrad-Länder Mitteleuropas werden sich bald treffen, um über die Folgen des EU-Austritts Großbritanniens zu diskutieren, bestätigte der ungarische Premierminister heute Morgen im öffentlichen Radio. Die Visegrad-Gruppe setzt sich zusammen aus Polen, Tschechien, der Slowakei und Ungarn.

Orbán zufolge habe vor allem das Thema Migration eine übergeordnete Rolle in der Brexit-Debatte gespielt. Er sei jedoch zuversichtlich, was die Zukunft der mehreren hunderttausend erwerbstätigen Osteuropäer – darunter auch viele Ungarer – in Großbritannien angehe. Am wahrscheinlichsten sei es, dass das Vereinigte Königreich nun ein Abkommen mit der EU unterzeichne, das solche Angelegenheiten regeln werde.

„Brüssel muss den EU-Bürgern besser zuhören. Das ist das Wichtigste, dass wir aus dieser Abstimmung lernen können“, so der Premierminister. Das Brexit-Votum habe gezeigt, dass die EU angemessen auf Themen wie die Migration reagieren müsse.

„Warum ist Ungarn in der EU? Wir sind EU-Mitglied, weil wir an ein starkes Europa glauben“, fügt er hinzu. „Europa kann jedoch nur stark sein, wenn es Antworten auf wichtige Fragten wie die Immigration findet – Antworten, die es nicht gleichzeitig schwächen. Diese hat die EU nicht liefern können“, erklärt er.

 

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