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23/01/2017

Nobelpreisträger Stiglitz: Italien wird den Euro verlassen

EU-Innenpolitik

Nobelpreisträger Stiglitz: Italien wird den Euro verlassen

Starökonom Joseph Stiglitz fordert eine komplette Austrocknung der Steueroasen - und wirft Europa und den USA schwere Versäumnisse vor.

[World Economic Forum]

Ohne weitere tiefgreifende Reformen werde die europäische Währungsunion nicht weiter funktionieren, meint Joseph Stiglitz. Italien sieht er kurz vor dem Absprung.

Wirtschafts-Nobelpreisträger Joseph Stiglitz rechnet mit einem Ausscheiden Italiens aus der Euro-Zone.

Er glaube nicht, dass das Land künftig noch Teil des gemeinsamen europäischen Währungsraums sein werde, sagte der US-Volkswirt der Zeitung „Die Welt“ laut Vorabbericht. „Wenn ich mich mit Italienern unterhalte, spüre ich, dass die Menschen dort zunehmend enttäuscht sind vom Euro“, sagte er. „Den Italienern wird gerade klar, dass Italien im Euro nicht funktioniert.“

Ohne weitere tiefgreifende Reformen werde die Währungsunion nicht weiter funktionieren, sagt Stiglitz, der die Euro-Zone bereits in der Vergangenheit kritisiert hat. Er erwarte nicht, dass die Politik die Währungsunion langfristig retten könne. Den Mitgliedsländern mangele es an Entschiedenheit, die notwendigen tiefgreifenden Reformen wie etwa die Schaffung einer Bankenunion oder einer gemeinsamen Einlagensicherung anzugehen.

In Europa fehle es an der nötigen Solidarität über Grenzen hinweg. Deshalb werde der gemeinsame Währungsraum vermutlich in den kommenden Jahren zerbrechen, sagte der Ökonom der Zeitung zufolge. So habe Deutschland schon akzeptiert, dass Griechenland die Euro-Zone verlassen werde.