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28/09/2016

Neues Integrationsgesetz: Ausbildung für Flüchtlinge wird wichtiger

EU-Innenpolitik

Neues Integrationsgesetz: Ausbildung für Flüchtlinge wird wichtiger

Der Bürgermeister von Traiskirchen plädiert für eine spezielle Arbeitserlaubnis für Flüchtlinge.

Foto: Shutterstock

Neue Schwerpunkte: Union und SPD haben sich auf Änderungen beim Integrationsgesetz verständigt, das am Donnerstag vom Bundestag verabschiedet werden soll.

Dabei gehe es darum, die Bedeutung von Ausbildung und Sport für die Integration von Flüchtlingen zu unterstreichen, sagte ein Vertreter der Koalition am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Das Aufenthaltsrecht werde einmalig um sechs Monate verlängert, wenn Flüchtlinge eine betriebliche Ausbildung abbrächen. Sie bekämen damit die Möglichkeit, einen neuen Ausbildungsplatz zu suchen. Damit werde berücksichtigt, dass generell etwa jeder vierte Ausbildungsvertrag aufgelöst werde. Dies sei „eine praxistaugliche Lösung“, bestätigte SPD-Arbeitsmarktexpertin Katja Mast die Einigung mit der Union.

Das Integrationsgesetz sieht vor, dass Flüchtlinge mit einem Ausbildungsplatz für drei Jahre einen sicheren Aufenthaltsstatus erhalten. Darauf dringt auch die Wirtschaft. Wer abbricht, riskiert bislang die Abschiebung. „Der SPD ist die Integration über Ausbildung und Arbeit besonders wichtig“, sagte Mast. Mit der Änderung für Auszubildende werde Rechtssicherheit für Unternehmen und Flüchtlinge geschaffen.

Eine weitere Änderung betrifft nach Angaben aus der Koalition die Übungsleiter- und Ehrenamtspauschalen etwa in Sportvereinen. Es werde klargestellt, dass diese auf Hilfen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz nicht angerechnet würden. Dies werde getrennt vom Integrationsgesetz auf den Weg gebracht, da dafür die Zustimmung des Bundesrates erforderlich sei.

Die Änderungsanträge sollen den Angaben zufolge am Dienstag von den Bundestagsfraktionen von Union und SPD verabschiedet werden, bevor sich das Parlament am Donnerstag abschließend mit dem lange umstrittenen Gesetz befasst.