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18/01/2017

Nach Brexit: Britische Unis erwägen EU-Ableger

EU-Innenpolitik

Nach Brexit: Britische Unis erwägen EU-Ableger

Die britische Regierung hat den früheren Botschafter in Moskau, Tim Barrow, zum Nachfolger von EU-Botschafter Ivan Rogers ernannt.

[Ruth Geach/Flickr], CC BY-NC-ND 2.0

Britische Unis überlegen, Zweigstellen in Europa – auch in Deutschland – aufzumachen. So soll nach dem Brexit die Teilnahme an EU-Forschungsprogrammen gesichert werden. EurActivs Medienpartner „Der Tagesspiegel“ berichtet.

Einige britische Universitäten erwägen, als Reaktion auf das Brexit-Votum Ableger in EU-Staaten zu gründen. Mit Zweigstellen im EU-Ausland könnte man sicherstellen, sich nach dem Brexit auf jeden Fall weiter um Fördermittel der Europäischen Union bewerben zu können – unabhängig von den genauen Modalitäten des Austritts Großbritanniens.

Von diesen Überlegungen berichtet der „Guardian“, ohne jedoch Namen der Unis zu nennen, die Ableger in Betracht ziehen. „Natürlich denken alle Universitäten, die viel Forschung betreiben, darüber nach, wie man den Status einer Hochschule in der Europäischen Union erhalten kann“, zitiert der Bericht den Rektor einer Uni.

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Die Vorteile würden auf der Hand liegen: Nicht nur könne man sich weiter ohne Einschränkungen um EU-Gelder bewerben – selbst wenn es zu einem „harten“ Brexit komme; auch könnte es sehr viel einfacher sein, Forscher aus EU-Staaten weiterzubeschäftigen.

Britische Unis fürchten den Ausschluss aus EU-Forschungsprogrammen

Wie berichtet, fürchten britische Unis, nach dem Brexit auch aus dem EU-Forschungsprogramm und aus Erasmus ausgeschlossen zu werden beziehungsweise nur noch eingeschränkten Zugang dazu zu haben.

Als potenzielle Zielländer werden Irland, Finnland und die baltischen Staaten genannt. Auch Deutschland könne geeignet sein, weil viele britische Unis schon jetzt eng mit deutschen kooperieren. Dezidiert abgeraten wird von Frankreich: Das sei organisatorisch ein „Albtraum“, wird ein anderer Rektor zitiert.