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25/09/2016

Minister in Warschau: Polen in Großbritannien besser schützen

EU-Innenpolitik

Minister in Warschau: Polen in Großbritannien besser schützen

Nach dem gewaltsamen Tod eines Polen in Großbritannien haben zwei polnische Minister bei einem Besuch in London einen besseren Schutz ihrer Landsleute gefordert.

Foto: Hernán Piñera/Flickr

Nach dem gewaltsamen Tod eines Polen in Großbritannien haben zwei polnische Minister bei einem Besuch in London einen besseren Schutz ihrer Landsleute gefordert.

„Polnische Immigranten haben sich sehr gut in die britische Gesellschaft integriert, sie verdienen Respekt“, sagte Polens Außenminister Witold Waszczykowski am Montagabend nach einem Gespräch mit seinem britischen Kollegen Boris Johnson in London. An dem Gespräch hatte auch der polnische Innenminister Mariusz Blaszczak teilgenommen.

Die Minister aus Warschau äußerten sich besorgt über zunehmende Übergriffe gegen Polen im Zuge des Brexit-Referendums im Juni. Über Jahrzehnte hätten Polen in Großbritannien ohne Probleme gelebt, „aber nach der Referendums-Kampagne fingen die Zwischenfälle an“, sagte Waszczykowski. Polen in Großbritannien „verdienen es, beschützt zu werden“. Daran hätten sie ihre britischen Gesprächspartner erinnert, sagte Waszczykowski.

Die polnische Regierung hatte den Besuch als „Dringlichkeitsreise“ angekündigt. Ein 40-jähriger polnischer Fabrikarbeiter war am Samstag vor einer Woche in Harlow, einer Arbeiterstadt nordöstlich von London, getötet worden. Er wurde auf einem Markt angegriffen und erlag später seinen schweren Kopfverletzungen. Die Regierung in Warschau wertet dies als fremdenfeindliche Tat. Zuvor war bereits von anderen Übergriffen berichtet werden.

In Großbritannien leben und arbeiten hunderttausende Polen, die nach dem Votum der Briten für einen EU-Austritt um ihre Zukunft dort bangen. Seit dem Votum am 23. Juni häufen sich fremdenfeindliche Vorfälle gegenüber Polen in Großbritannien.