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26/09/2016

Merkel: Parteien dürfen sich nicht an Wortwahl der AfD anpassen

EU-Innenpolitik

Merkel: Parteien dürfen sich nicht an Wortwahl der AfD anpassen

Bundeskanzlerin Angela Merkel warnt vor einer Anpassung anderer Parteien an den Sprechgestus der AfD. Foto: dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Parteien im Bundestag davor gewarnt, sich in ihrer Sprache der rechtspopulistischen AfD anzunähern.

„Wenn auch wir anfangen, in unserer Sprache zu eskalieren, gewinnen nur die, die es immer noch einfacher und noch klarer ausdrücken können“, sagte Merkel während der Generaldebatte im Bundestag. „Und wenn wir anfangen, dabei mitzumachen, dass Fakten beiseite gewischt oder ignoriert werden können, dann sind verantwortbare und konstruktive Antworten in der Sache nicht mehr möglich.“

In Mecklenburg-Vorpommern war die AfD am Sonntag aus dem Stand mit über 20 Prozent zweitstärkste Partei hinter der SPD und vor der CDU geworden.

Merkel sagte, jede Partei müsse nach einer solchen Wahl prüfen, was sie in Zukunft anders und besser machen könne. Die AfD sei nicht nur eine Herausforderung für die CDU. „Sie ist eine Herausforderung für uns alle in diesem Hause“, sagte sie an die im Bundestag vertretenen Parteien.

Die Regierungschefin und CDU-Vorsitzende mahnte, wenn Parteien untereinander nur den kleinen Vorteil suchten, um mit einem blauen Auge über einen Wahlsonntag zu kommen, „gewinnen nur die, die auf Parolen und scheinbar einfache Antworten setzen“. Die Kanzlerin fügte hinzu: „Ich bin mir ganz sicher, wenn wir uns das verkneifen und bei der Wahrheit bleiben, dann gewinnen wir. Und wir gewinnen so das Wichtigste zurück, was wir brauchen: Vertrauen der Menschen.“