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22/01/2017

Mazedonien erwägt wegen Flüchtlingskrise Bau von Grenzzäunen

EU-Innenpolitik

Mazedonien erwägt wegen Flüchtlingskrise Bau von Grenzzäunen

Mazedoniens Außenminister Nikola Poposki.

[EC]

Angesichts der Flüchtlingskrise erwägt auch der Balkanstaat Mazedonien inzwischen den Bau von Grenzzäunen nach dem Vorbild Ungarns.

„Wir brauchen auch irgendeine Art von äußerer Verteidigung, um die Zahl illegaler Grenzübertritte zu senken“, sagte Außenminister Nikola Poposki der ungarischen Wirtschaftszeitschrift „Figyelö“ vom Donnerstag. Infrage kämen „entweder Soldaten oder ein Zaun oder eine Kombination aus beidem“.

Mazedonien ist Transitland für Flüchtlinge, die aus Griechenland über Serbien und Ungarn weiter nach Österreich und Deutschland wollen. Im laufenden Jahr passierten bereits mehr als 160.000 Menschen das Land. Poposki sagte, derzeit würden täglich bis zu 4000 Flüchtlinge durchgelassen.

Allein am Donnerstag verließen etwa 2500 Flüchtlinge in 50 Bussen und weitere 3000 Menschen in drei Zügen die mazedonische Stadt Gevgelija, wie Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Ungarn hatte wegen der Krise eine umstrittene Sperranlage an seiner Grenze zu Serbien gebaut.

Poposki beklagte, dass es „keine europäische Übereinkunft“ zum Umgang mit der Flüchtlingskrise gebe. Die EU-Kommission strebt eine Verteilung der Flüchtlinge auf ihre Mitglieder per fester Quote an, was vor allem mehrere osteuropäische Länder aber bislang ablehnen.