Machtwechsel in Finnland: Millionär Sipilä gewinnt Wahl

[Foto: dpa]

Bei der Parlamentswahl in Finnland hat die oppositionelle Zentrumspartei von Juha Sipilä den Sieg errungen. Sie löst damit die Regierung des konservativen Ministerpräsidenten Alexander Stubb ab.

Nach Auszählung fast aller Stimmen verfügt die Zentrumspartei künftig über 48 der 200 Parlamentssitze. Sie stellt damit den Ministerpräsidenten in dem skandinavischen Land.

Der Geschäftsmann und Millionär Sipilä ist auf Koalitionspartner angewiesen. Dafür kommen die beiden abgewählten Regierungsparteien, die konservative Nationale Sammlungspartei und die Sozialdemokraten sowie die euroskeptische Partei Die Finnen infrage.

Die Koalitionsverhandlungen könnten sich wegen der zahlreichen Optionen über Wochen hinziehen. Der 53-jährige Sipilä, ein Neuling in der Politik, hatte im Wahlkampf versprochen, die Wirtschaft des Landes nach drei Jahren Rezession und Stagnation wieder auf Kurs zu bringen.

Das Euro-Land steht vor großen Problemen: Die Wirtschaft befindet sich im Rückwärtsgang, die Arbeitslosigkeit steigt dramatisch, die Bevölkerung wird immer älter und der Glanz des einstigen Industrie-Flaggschiffs Nokia verblasst. Alle großen Parteien halten daher Reformen für unerlässlich. Hinzu kommt der Einbruch des Handels mit dem Nachbarn Russland wegen der Sanktionen der Europäischen Union.

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