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05/12/2016

Londons Bürgermeister wirft Brexit-Befürwortern Panikmache vor

EU-Innenpolitik

Londons Bürgermeister wirft Brexit-Befürwortern Panikmache vor

Der Bürgermeister von London, Sadiq Khan, fordert Corbyns Rücktritt.

Foto: Martin Hoscik / Shutterstock

Befürworter und Gegner eines britischen EU-Austritts haben sich vor tausenden Zuschauern  kurz vor dem Referendum einen leidenschaftlichen Schlagabtausch geliefert.

Vertreter beider Seiten warfen sich in der Debatte im Londoner Wembley-Stadion am Dienstagabend, die live im Fernsehen übertragen wurde, gegenseitig Panikmache vor. Die Diskussionsrunde fand nur 36 Stunden vor Öffnung der Abstimmungslokale statt.

„Ihr verbreitet Lügen und Ihr jagt den Leuten Angst ein“, rief Londons Bürgermeister Sadiq Khan als Vertreter des Pro-EU-Lagers dem Wortführer der Austrittsbefürworter, Boris Johnson, entgegen. „Das ist Panikmache, Boris, und Du solltest Dich dafür schämen.“ Khans Äußerungen bezogen sich auf Warnungen der Austrittsbefürworter, dass ein Verbleib des Landes in der EU zu erheblich mehr Einwanderung führen würde.

Johnson wiederum warf Khan vor, ein „Angstprojekt“ zu betreiben und eine übertriebene Furcht vor einem wirtschaftlichen Kollaps des Königreichs im Falle eines EU-Austritts zu schüren. „Ihr sagt, es gehe nicht anders, als sich Brüssel zu beugen“, rief Johnson. „Wir sagen, dass Ihr dieses Land auf schändliche Weise unterschätzt.“

In dem Londoner Stadion waren rund 6000 Zuschauer zu Gast. Die Diskussionsrunde war paritätisch nach Brexit-Gegnern und -Befürwortern besetzt. Zuletzt lagen beide Lager in Umfragen gleichauf. Die Abstimmung beginnt am Donnerstagmorgen.