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09/12/2016

Langzeitarbeitslose in Deutschland besonders lange ohne Job

EU-Innenpolitik

Langzeitarbeitslose in Deutschland besonders lange ohne Job

Jobverlust im Alter wird in Deutschland zunehmend zu einer Falle, der Wiederseinstieg in den Arbeitsmarkt gestaltet sich schwierig.

[Sammy Zimmermanns/Flickr]

Langzeitarbeitslose in Deutschland sind im EU-Vergleich älter und besonders lange ohne Beschäftigung.

Zwei Drittel von ihnen sind seit mehr als zwei Jahren ohne Arbeit, mehr als ein Viertel von ihnen ist älter als 55 Jahre, wie eine am Freitag veröffentlichte Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung ergab. EU-weit sind nur 13 Prozent Langzeitarbeitslose in dieser
Altersklasse.

„Jobverlust im Alter wird in Deutschland zunehmend zu einer Falle, aus der sich die Betroffenen nicht befreien können“, erklärte Aart De Geus, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung. Laut der Vergleichsstudie von Economix Research & Consulting, die auf Daten der Europäischen Arbeitskräfteerhebung basiert, spielt nicht nur das Alter, sondern auch die Qualifizierung eine entscheidende Rolle: So ist fast jeder dritte Langzeitarbeitslose hierzulande gering qualifiziert. Hinzu kämen weitere Hemmnisse wie gesundheitliche und soziale Einschränkungen.

Insgesamt sind 2015 laut Studie 796.000 Menschen hierzulande  ein Jahr oder länger arbeitslos gewesen, womit sie zur Gruppe der Langzeitarbeitslosen zählen. Deutschland ist dabei zwar das einzige EU-Land, indem die Langzeitarbeitslosenquote seit der Finanz- und Wirtschaftskrise deutlich gesunken ist – von 3,7 Prozent im Jahr 2008 auf 1,9 Prozent in 2015. Grund für den Rückgang der Quote ist laut Studie aber vor allem die seit 2012 gestiegene
Gesamtbeschäftigung. Knapp ein Drittel aller Arbeitssuchenden war den Angaben zufolge 2015 bereits länger als zwei Jahre erwerbslos. Langzeitarbeitslose hätten also „nur unterdurchschnittlich von der positiven Arbeitsmarktentwicklung profitiert“.

In der gesamten EU waren 2015 mehr als zehn Millionen Menschen langzeitarbeitslos. Am höchsten war der Stand in Griechenland, gefolgt von Spanien und Kroatien. Niedriger als in Deutschland war die Quote in Großbritannien, Schweden, Luxemburg, Dänemark und Österreich.

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