Kein Exit vom Brexit

Die britische Premierministerin Theresa May. [EPA-EFE/STEPHANIE LECOCQ]

Die britische Regierung schließt ein zweites Referendum über den Ausstieg des Landes aus der EU aus.

Gefragt nach einem Brexit-Exit-Referendum sagt ein Sprecher von Premierministerin Theresa May, einen solchen Schritt werde es nicht geben. Zuvor hatte der Brexit-Befürworter Nigel Farage eine erneute Abstimmung ins Gespräch gebracht und erklärt, auch in einem neuen Votum würden sich die Austritts-Befürworter durchsetzen und damit sei die Debatte endgültig beendet.

In London traf May derweil Vertreter der Finanzbranche. Dabei sollten die Folgen des Brexit für den Finanzplatz London diskutiert werden. Der geplante britische EU-Austritt ist ein wesentlicher Grund dafür, dass die Zahl der zu besetzenden neuen Jobs in der Londoner Finanzszene im letzten Monat um 37 Prozent einbrach, wie das Personalunternehmen Morgan McKinley berichtete. Viele Banken verlagern einen Teil ihres Personals auf den Kontinent, um sich auf neue Strategien für den Euro-Binnenmarkt vorzubereiten.

Brexit-Planspiele der EU in der Kritik

Der britische Brexit-Minister Davis hat die EU dafür kritisiert, sich auf einen möglichen Austritt des Landes ohne Abkommen vorzubereiten.

Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan warnte unter Hinweis auf eine Untersuchung, Großbritannien könne binnen zwölf Jahren 500.000 Arbeitsplätze und Investitionen im Volumen von 50 Milliarden Pfund verlieren, sollte es keine Einigung in Handelsfragen mit der EU für die Zeit nach dem Brexit geben.

Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, sagte unterdessen in Berlin mit Blick auf den jüngsten Besuch des britischen Finanzministers Philip Hammond und des Brexit-Ministers David Davis in Deutschland, beide hätten einem neuen Referendum eine klare Absage erteilt. “Das hat mich in dieser Deutlichkeit überrascht.”, sagte Kempf. Die deutsche Wirtschaft betrachte den Brexit als eine große Gefahr für die gutlaufende deutsche Konjunktur, fügte er hinzu. Die deutschen Firmen müssten sich daher auf alle Eventualitäten vorbereiten, auch auf einen harten, ungeordneten EU-Ausstieg.

Finanzexperte: Londoner Banken bereiten sich auf harten Brexit vor

Viele Londoner Investmentbanken suchen bereits nach geeigneten Büroflächen in Frankfurt, Dublin und Paris. Das Europageschäft ist zu wichtig, um für den Fall eines harten Brexit keinen Plan B zu haben.

Großbritannien wirbt indes für ein Übergangsabkommen um die Folgen für die Wirtschaft zu mildern. Die EU gibt sich in dieser Frage bisher allerdings zurückhaltend.