Junge EU-Akademiker zieht es nach Berlin

Mit einem Akademiker-Anteil von 24,3 Prozent an den Zuwanderern insgesamt liegt die Quote der Uni-Absolventen unter Berlins Einwanderern mehr als neun Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt, heißt es in einer aktuellen Studie. [Sascha Kohlmann/Flickr]

Berlin ist laut einer aktuellen Studie großer Nutznießer der Arbeitsmigration junger Akademiker. Insbesondere gut ausgebildete Franzosen strömen in die Bundeshauptstadt.

Berlin profitiert überdurchschnittlich von der Arbeitsmigration junger Akademiker aus anderen EU-Staaten. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die Arbeitssenatorin Dilek Kolat (SPD) und Frankreichs Botschafter Philippe Etienne am Donnerstag in der französischen Botschaft vorstellten.

Mit einem Akademiker-Anteil von 24,3 Prozent an den Zuwanderern insgesamt liege die Quote der Uni-Absolventen unter Berlins Einwanderern mehr als neun Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt, heißt es in der vom Senat in Auftrag gegebenen Studie des Forschungsinstituts minor.

Für die Studie wurden Migranten befragt, die seit dem Jahr 2008 aus den sechs größten Herkunftsländern Polen, Italien, Bulgarien, Frankreich, Spanien und Rumänien nach Berlin gekommen sind. Diese Einwanderer sind nach Angaben des Studienleiters Christian Pfeffer-Hoffmann nicht nur gut ausgebildet, sondern weit überwiegend zwischen 18 und 36 Jahre alt und meist kinderlos.

„Ich nenne das etwas flapsig das Gold des Arbeitsmarktes“, sagte Pfeffer-Hoffmann. Besonders qualifiziert und erfolgreich ist demnach die wachsende Zahl von Neuankömmlingen aus Frankreich.

Franzosen an der Spitze

Mit einem Akademiker-Anteil von rund 87 Prozent sind Franzosen die am besten ausgebildete Einwandergruppe, knapp vor Spaniern und Italienern. Bei den drei osteuropäischen Herkunftsländern liegt die Quote der Universitätsabsolventen zwischen 38 und 56 Prozent.

Fast 63 Prozent der befragten Franzosen gehen in Berlin einer Arbeit nach. Auch bei den anderen Herkunftsländern liegt der Anteil der Berufstätigen bei jeweils mindestens 48 Prozent. Hinzu kommen Studenten, Sprachschüler, Praktikanten und Auszubildende. Mit einem Anteil von rund 28 Prozent Arbeitssuchenden haben Bulgaren der Studie zufolge die größten Probleme auf dem hauptstädtischen Arbeitsmarkt.

Kolat kündigte an, dass aus der noch nicht abgeschlossenen Studie Handlungsempfehlungen abgeleitet werden sollen. Ziel sei es, die Neuankömmlinge, die trotz wachsender Flüchtlingszahlen weiter überwiegend aus EU-Ländern stammten, schnell in Arbeit zu bringen.

„Die Einrichtung eines Willkommenszentrums als zentraler Anlaufstelle für alle Neuankömmlinge ist das große Projekt für 2016“, sagte Kolat. In der Behörde sollen künftig alle Kompetenzen gebündelt werden, so dass EU-Bürger, Arbeitsmigranten und Flüchtlinge alle Informationen an einem Ort vorfinden.

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