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07/12/2016

Junge Briten wollen in der EU bleiben

EU-Innenpolitik

Junge Briten wollen in der EU bleiben

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Foto: EPA/ANDY RAIN, dpa

Die Mehrheit der jungen britischen Wähler könnte laut einer aktuellen Online-Befragung im Auftrag des „The Observer“ beim Brexit-Referendum gegen den Verbleib in der EU stimmen.

Gerade die jungen Wähler könnten beim im Juni anstehenden Brexit-Referendum, das über den Verbleib Großbritanniens in der EU entscheidet, ausschlaggebend sein. Zwischen dem 29. März und den 01. April haben sich fast 2.000 Briten an einer vom britischen Meinungsforschungsinstitut „Opinium“ durchgeführte Online-Befragung im Auftrag des „The Observer“ beteiligt.

Die Ergebnisse zeigten, dass zwar derzeit 43 Prozent der Befragten zwischen 35 und 54 Jahren für einen Brexit stimmen würden und nur 39 Prozent weiterhin in der EU bleiben wollen, aber auch – dass je jünger die Befragten sind, desto größer ist ihre Zustimmung zur EU. Bei den befragten 18- bis 34-Jährigen sprachen sich 53 Prozent der Befragten dafür aus, dass Großbritannien in der EU bleibt, nur 29 Prozent waren dagegen. Damit sind es vor allem die jungen Briten, die einem Brexit nicht positiv gegenüberstehen.

Bei einer ebenfalls erhobenen Umfage zur Wahlbeteiligung würden sogar 52 Prozent der Jugendlichen am Referendum teilnehmen und könnten so das nicht unerhebliche Zünglein an der Waage sein.

Am 23. Juni werden die Briten über den Verbleib Großbritanniens in der EU abstimmen und noch immer ermöglicht die Vielzahl der Umfragen noch keine eindeutige Voraussage.
Bereits am 1. März hatte EurActivs Medienpartner edie.net bei einer Leserumfrage festgestellt, dass sich sogar 80 Prozent der Leser für einen Verbleib des britischen Königreichs aussprechen.

Einigkeit herrscht jedoch bei den wesentlichen politischen Entscheidungen, die Grundlage für die individuelle Enscheidung eines jeden Briten am Tag des Referendums sind.
So stellte unter anderem eine ebenfalls durch „Opinium“ durchgeführte repräsentative Befragung im Auftrag des „Guardian“ bereits im Januar fest, dass für fast die Hälfte aller befragten Briten (49 Prozent) die europäische Flüchtlingspolitik ausschlaggebend sein wird. Zwei Drittel (65%) finden, dass die gegenwärtige Migrationspolitik der EU schlecht für den Immobilienmarkt sei und 62 Prozent sehen das Sozial- und Gesundheitswesen in Gefahr.
Für 37 Prozent der befragten Briten ist die Arbeitsweise der EU für ihre Wahl entscheidend.

Inwieweit die Briten die Rolle Deutschlands für diese beiden entscheidenden Bereiche der EU-Politik bewerten bleibt in dieser Umfrage unbeantwortet. Sie stellt nur fest: Die Briten finden die Deutschen am effizientesten (60 Prozent) und am arrogantesten (40 Prozent), während sie sich selbst am humorvollsten sehen (43 Prozent).